Mirror and Glass Ausstellung Köln
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Ausstellung: 13.04.2018 - 08.06.2018

Künstler: Timm Rautert

Veranstalter & Ort:
Galerie PARROTTA CONTEMPORARY ART
50674 Köln
Brüsseler Str. 21

Eröffnung in Bonn: 15. April 2018
Laufzeit: 15.04 - 8.6.2018
Adresse: An der Burg Lede 1, 53225 Bonn

Bei MANHATTAN MIRROR, handelt es sich um eine zwingende Rauminstallation von 60 schwarz/weiß Fotografien und unterschiedlichen Baumaterialien für Hochhausverkleidungen und Spiegeln. Thematisch geht es ihm um die nicht sichtbare Katastrophe des globalen Finanzmarktes. In seiner fotografischen Form visueller Aneignung gelingt ihm, in den Spiegelungen der Bankfilialen, den Brands global operierender Firmen und den Schatten unserer Körper, eine Welt darzustellen, die uns zum Anhalten, Nachdenken bringt. Die Welt in der wir leben, unsere moderne Welt wird auf besondere Weise sichtbar.

Timm Rauterts neue Arbeit MIRROR AND GLASS von 2017, hier zum ersten mal gezeigt, ist formal ganz anders konzipiert. Rauterts neuerer Tendenz zu fotografischen Installationen wird zwar auch hier Rechnung getragen, nun aber zeigen sich Farbfotografien, die Bezug nehmen auf die Konsumwelt von Kunst und Fotografie. Die Bilder in Wien, Berlin, Rom, Paris und Lissabon aufgenommen, stehen in einem rätselhaften Zusammenhang mit einem von Rautert entworfenen Spiegeltisch, der mit den wichtigsten Objekten des Fotografischen, den Objektiven, bestückt ist.
Und hinter den Spiegeln gehen die Kämpfe von Kunst, Deutungshoheit und Macht weiter, Spiegel erzeugen ein virtuelles, seitenverkehrtes Bild, das ebenso weit hinter dem Spiegel liegt, wie der Gegenstand davor.

Mit Venedig in der Bonner und New York in der Kölner Ausstellung bezieht sich Rautert auf zwei gänzlich gegensätzlich mythologisch aufgeladene Orte. Die analogen schwarz-weiß Aufnahmen des menschenleeren Campo Sant’Angelo zeigen die Gemäuer und das Pflaster eines Ortes, an dem die Zeit zum Stillstand gekommen zu sein scheint. Die dem fotografischen Akt zugrundeliegende Stillstellung, reflektiert sich hier in der unverklärten Abbildung versteinerter Geschichtlichkeit selbst. Fast könnte man sagen, die Fotografie, als Chronistin der Zeit, die das Abgebildete dem Verfall und Vergessen zu entreißen sucht, brächte sich in diesen Bildern selbst zur Auslöschung, da das, was sie hier einfängt, gerade der Verfall und das Vergessen sind, in dem keine Momenthaftigkeit zu existieren scheint. Einen Hinweis auf eine andere Zeitlichkeit bietet allein die angeschnitte im Bild erscheinende Gebäudeaufschrift UniCredit Banca, von der man nicht weiß ob sie ihr Versprechen noch einlöst. Hinzugefügt sind Wandtexte, die das Geschehen auf den Bildern begleiten und zu Fragen des Dargestellten führen.
Die von Rautert verfassten Texte zur Serie sind in einem Booklet erschienen und Teil der Ausstellung. Im Text geht es um nichts Geringeres als den Weltuntergang. Drei Personen werden bei ihrem Weg zum Campo S. Angelo beobachtet. Dort treffen sie auf eine riesige Menschenmenge, die aus rätselhaften Gründen vom bevorstehenden Weltende angezogen wurde: »....sie würden gemeinsam untergehen, in der schönsten, menschlichsten Stadt der Welt und jetzt war der Himmel wie eine aufgerichtete, riesige Wand...«.


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