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Maya Schweizer. A Tall Tale
14. Dezember 2017 – 1. Februar 2018
Maya Schweizer verwebt in ihren multimedialen Arbeiten Bild, Ton und Text zu subtilen Gegenwartsanalysen, die immer auch eine historische Ebene oder einen konkreten Bezug zu einem kollektiv erinnerten Ort haben. Mit dem Verfahren des ‚Layering’ erzeugt sie komplexe Schichtungen verschiedener Zeit- Ort- und Wahrnehmungsebenen.
In ihrem auf der Berlinale 2017 im Forum Expanded vorgestellten Film „A Tall Tale“ verschmilzt die Künstlerin die einfühlsame Erkundung des Settings rund um eine Irische Burgruine aus dem 13. Jahrhundert mit einer fiktiven Ebene – der Welt der Geistergeschichten. Gleich zu Beginn lädt uns die Stimme von Orson Welles zu einer „short story, straight from the haunted land of Ireland“ ein: wabernde Gewässer, Froschgequake, Baumsilhouetten, krächzende Raben, Risse in Ruinen, von Geisterhand bewegte Türknäufe oder das Geräusch von Pferdehufen erwecken Assoziationen an die ‚Tales of Mystery and Imagination’ von E. A. Poe oder an Literaturverfilmungen wie Laurence Olivier’s ‚Hamlet’. Mit ihrem fulminanten Ritt durch die Geschichte des film noir nimmt uns Schweizer mit auf eine (über-)sinnliche Reise in eine Welt aus Ruinen und Filmruinen und feiert so gleichzeitig die Geschichte des Kinos.