Are You Happy? Fotografien von Göran Gnaudschun Ausstellung Berlin
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Ausstellung: 06.09.2019 - 26.10.2019

Künstler: Göran Gnaudschun

Veranstalter & Ort:
Galerie POLL Galerie + Kunsthandel in Berlin
10119 Berlin
Gipsstraße 3 (Ecke Auguststraße)

6. September bis 26. Oktober 2019
Ausstellung im Schaulager bis 1. Februar 2020 verlängert!

Eröffnung: Donnerstag, 5. September 2019, 18-21 Uhr
Es spricht Bodo-Michael Baumunk (gegen 19 Uhr)

Am 10. Oktober 2019 findet um 19.30 Uhr ein Künstlergespräch statt,
geführt von Brigitte Werneburg.

„Are You Happy?“ lautet der Titel der neuen Fotoserie von Göran Gnaudschun, die jetzt in der Galerie Poll erstmals mit nahezu allen Motiven ausgestellt wird. Begonnen hat Göran Gnaudschun die Arbeit 2017 während seines Villa Massimo-Stipendiums und bis 2019 für sie fotografiert.

„Are You Happy?“ spielt in der östlichen Peripherie Roms, in Wohnquartieren, Industriegebieten und Brachen, in der Gegend rund um die Via Prenestina – eine der alten Konsularstraßen, die in der Antike das Römische Reich mit seiner Hauptstadt verbanden.

Seit 1890 wurden ständig neue Gebäude in den östlichen Stadtvierteln errichtet, um jene Menschen aufzunehmen, die in Rom ihr Glück suchten. Kamen sie früher überwiegend aus Venetien und Sizilien, so sind es heute oftmals Bangladeschi, Afrikaner und Roma aus Südosteuropa. Junge, trendige Viertel gehen über in Wohngebiete für Angestellte, für Arbeiter und für Menschen, bei denen niemand weiß, wovon sie eigentlich leben. In Richtung Osten werden die Verhältnisse immer ärmer. Hochhauskomplexe, Investruinen, Problembezirke. Die antike Stadtmauer trennt die Peripherie vom Postkarten-Rom.

Mit seiner neuen Fotoserie stellt sich Göran Gnaudschun die Frage nach Lebensraum und Lebenszeit. Die einfache Frage „Are You Happy?“ hat der Fotograf den Menschen, die er in ihrem Lebensumfeld porträtierte, nie gestellt. Er fotografierte stattdessen Häuser und Wohnblocks, Straßen und Brachen in Centocelle, Pigneto, Prenestino, Quarticciolo und anderen römischen Vororten; dazu zeichnete er ihre urbanen Grundrisse aus der Vogelperspektive. Aus dieser Kombination entsteht eine mehrschichtige atmosphärische Arbeit, die dem Betrachter das Lebensgefühl in den Vorstädten Roms vermittelt.

Gnaudschun treibt in seinen Fotografien die Frage nach dem Dasein um: „Oft entsteht im Porträt zwischen mir und dem Gegenüber eine ungeahnte Nähe. Etwas ist für einen Moment vorhanden, das ohne Sprache auskommt. Es geht darum, wer wir sind. In der Offenheit meines Gegenübers spüre ich das Dasein des anderen, wenn auch nur für kurze Augenblicke. Diese sind kostbar wie das Glück, auf das man sich nicht verlassen kann.“

Göran Gnaudschun, geboren 1971 in Potsdam, studierte von 1994-2003 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Prof. Timm Rautert künstlerische Fotografie (Diplom) und Bildende Kunst (Meisterschüler). Er erhielt mehrere Stipendien und Auszeichnungen für seine Arbeiten, darunter 2013 das Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn und 2018 den Brandenburgischen Kunstpreis. 2016-2017 war er Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Seit 2018 lehrt Gnaudschun an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin. Große Aufmerksamkeit erlangte er 2014 mit seinem Buch „Alexanderplatz“, einer Arbeit über junge, aus der Gesellschaft gefallene Menschen, über das die Neue Zürcher Zeitung schrieb: „So differenziert hat lange kein Fotograf (s)ein Thema behandelt.“ Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Institutionen und Museen in Berlin, Hannover, Frankfurt, München, Paris, Riga, Rom und San Francisco gezeigt und befinden sich in verschiedenen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Art Collection Deutsche Börse, Frankfurt am Main, der Berlinischen Galerie – Museum für Moderne Kunst, Berlin, und dem Folkwang Museum Essen. Göran Gnaudschun lebt und arbeitet in Potsdam.

Noch während der Ausstellung erscheint im Oktober das gleichnamige Buch, das auch als Vorzugsausgabe erhältlich ist.

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