We are the Revolution, after Joseph Beuys Ausstellung Berlin
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Ausstellung: 12.03.2021 - 24.04.2021

Künstler: Jari Silomäki

Veranstalter & Ort:
Galerie Persons Projects
10969 Berlin
Lindenstraße 34-35

Persons Projects präsentiert, anlässlich des 100. Geburtstags von Joseph Beuys, Jari Silomäkis Einzelausstellung We are the Revolution, after Joseph Beuys, die auf Beuys‘ berühmtem Werk La Rivoluzione Siamo Noi von 1972 basiert.
In seinem Schaffen verfolgt Silomäki eine dokumentarische Herangehensweise, mithilfe derer er persönliche Narrative erschafft. Er entwickelte eine Art der Interaktion mit seinen Subjekten, wobei er den Raum zwischen Fakt und Fiktion drehen und erweitern kann, indem er eine eigene konzeptionelle Sprache schafft, die seine Handschrift in die Fotografien integriert. Silomäki folgt Beuys‘ Ansatz, dass sich Gesellschaft durch Kunst und Kreativität transformieren könne. Dieser legt den Grundstein für dessen Experimente sozialer Skulpturen, welche die Einstellung der Fluxus-Bewegung „Jede:r ist ein:e Künstler:in“ reflektiert.
Silomäki äußert: „Beuys läuft mit großem Selbstbewusstsein auf die Kamera zu, suggerierend, dass wir, die Betrachter:innen, eine Revolution starten könnten, wenn wir uns ihm nur anschlössen. Er war ein politischer Künstler, der Kunst als ein Mittel zur Veränderung der Gesellschaft sah. Ich kehrte Beuys‘ Idee auf gewisse Weise um, indem ich mein Alter Ego erschuf und ihm als ein Individuum folgte, das zum Objekt der unvermeidlichen Kräfte der Geschichte wird, nicht zu deren Meister. Wie ein Tourist reiste ich zu historisch bedeutenden Städten überall in der Welt, die Schauplätze politischer Tragödien wurden. Jedoch war meine künstlerische Intention und Erfahrung alles andere als touristisch. Ich begab mich dorthin, um genauso viele Schritte zu gehen wie es Menschen gab, die den politischen Gräueltaten zum Opfer fielen, welche diese Städte historisch bedeutsam machten.“
Er begann sein Projekt im Jahr 2006. Startpunkt seines „Laufprozess-Stücks“ war der Tatort des Mordes an Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn und seiner Frau Sophie Chotek in Sarajevo, und es endete am Ground Zero in New York. Die Lücke zwischen diesen beiden Ereignissen repräsentiert eine unzählbare Gesamtheit an Schritten. Die ausgestellte Serie besteht aus 13 Fotografien, begleitet von einer Videoarbeit.
Jari Silomäki ist ein Geschichtenerzähler, der seine künstlerische Sprache dazu nutzt, zu fragen und erforschen, wie Individuen ihren inneren Kompass nutzen, um ihren Platz in den Realitäten der Geschichte zu finden. Er wirft die Frage auf, wie sich eine einzelne Person zum großen Ganzen verhält. Auch wenn Silomäkis Serie den gleichen Titel mit Beuys‘ Werk teilen mag, so ist ihre Intention doch eine andere: Sie baut auf einem zentralen Thema auf, das sich durch Silomäkis Arbeiten der letzten 20 Jahre zieht. Er strebt danach, ein soziales Bewusstsein zu schaffen und möchte zeigen, wie wir als Individuen in unserem täglichen Leben darauf zugreifen können.
Diese Ausstellung handelt eher von Offenbarung als von Revolution, denn Silomäkis Alter Ego geht mit den Opfern anstatt selbst eines zu werden. Seiner ist kein Marsch in einer Bewegung der Veränderung, sondern ein Schritt in das Gedenken derer, die ihr Leben auf dem Pfad der Geschichte verloren haben, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.


Jari Silomäki wurde 1975 in Parkano, Finnland, geboren. Er lebt und arbeitet in Helsinki. Er graduierte 2007 an der Aalto University School of Arts, Design and Architecure. In Einzelausstellungen war er in Institutionen wie dem Finnish Museum of Photography (Helsinki, 2020) vertreten, Gruppenausstellungen fanden u.a. in Convento da Trindade (Lissabon, 2018), im Kiasma Museum (Helsinki, 2016), auf der Manifesta 10. Parallely Program (St. Petersburg, 2014), im Ludwig Museum (Budapest, 2009), im MoMA P.S.1 (New York, 2008) und auf der Sydney Biennale (Sydney, 2004) statt.

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