Rekordpreis für Claude Lalannes Spiegel-Ensemble - teuerstes Design
Ein Spiegel-Ensemble von Claude Lalanne erzielte einen Rekordpreis und ist das teuerste Designobjekt das je versteigert wurde.

Auktionsrekord Claude Lalanne - teuerste Werke

Ein Ensemble aus 15 Spiegeln der französischen Künstlerin Claude Lalanne hat bei einer Auktion von Sotheby’s in New York für Aufsehen gesorgt: Mit einem Zuschlag von 33,5 Millionen US-Dollar markiert die Arbeit nicht nur einen neuen Auktionsrekord für die Künstlerin, sondern unterstreicht auch die wachsende Bedeutung von Designobjekten im internationalen Kunstmarkt.

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Claude Lalanne - Ensemble of Fifteen Mirrors

Das monumentale Werk, bekannt als Ensemble of Fifteen Mirrors, entstand zwischen 1974 und 1985 im Auftrag des Modeschöpfers Yves Saint Laurent und seines Partners Pierre Bergé. Ursprünglich für das legendäre Pariser Appartement des Paares konzipiert, verwandelten die Spiegel den sogenannten Salon de Musique in eine immersive Rauminstallation.

Gefertigt aus vergoldeter Bronze, galvanisiertem Kupfer und Spiegelglas, greifen die Arbeiten typische Motive Lalannes auf: Blätter, Ranken und organische Strukturen, die sie mittels aufwendiger galvanoplastischer Verfahren direkt aus der Natur übertrug. Das Ergebnis ist ein hybrides Werk zwischen Skulptur, Design und Architektur – ein Raumobjekt, das weniger aus Einzelteilen besteht als aus einer durchgehenden Atmosphäre.

Claude Lalanne teuerste Werke

Das "Ensemble of Fifteen Mirrors" von Claude Lalanne ist mit 33,5 Millionen US-Dollar das teuerste Werk der Künstlerin und zugleich teuerste Designobjekt was je versteigert wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass der erzielte Preis sogar den bisherigen Rekord ihres langjährigen künstlerischen Partners und Ehemanns François-Xavier Lalanne übertraf. Während dessen Arbeiten lange Zeit den Markt dominierten, signalisiert dieser Verkauf eine Neubewertung von Claude Lalannes eigenständigem Œuvre.

# Werktitel Auktionspreise Auktion
1 „Ensemble of Fifteen Mirrors“ 1974 33.500.000 Dollar Sotheby's 04/2026
2 "Très grand choupatte" 5.300.000 Dollar Sotheby's 10/2023
3 "Miroir" 4.600.000 Dollar Sotheby's 10/2023
4 "Lustre 'Structure Végétale' Aux Papillons A Seize Bougies" 4.400.000 Dollar Christie's 09/2021
5 "Pomme d'Hiver" 4.300.000 Dollar Sotheby's 12/2022

Dass das Ensemble seinen Schätzwert von ursprünglich 10 bis 15 Millionen Dollar mehr als verdoppelte, ist kein Zufall. Mehrere Faktoren trafen hier zusammen: die außergewöhnliche Geschlossenheit des Werks, seine prominente Provenienz sowie die zunehmende Nachfrage nach ikonischem Design des 20. Jahrhunderts.

Design für Yves Saint Laurent und Pierre Bergé

Das Spiegel-Ensemble gilt heute als eines der bedeutendsten dekorativen Projekte des 20. Jahrhunderts. Experten vergleichen seine Wirkung mit historischen Raumkonzepten – ein Hinweis darauf, dass Lalannes Arbeit weit über die Grenzen des klassischen Designs hinausgeht.

Zugleich verweist der Rekordpreis auf einen breiteren Trend: Die Grenzen zwischen bildender Kunst und Design lösen sich zunehmend auf. Werke wie dieses fungieren nicht mehr nur als funktionale Objekte, sondern als sammelwürdige Gesamtkunstwerke mit musealem Anspruch.

Ein neuer Maßstab für den Designmarkt

Mit dem spektakulären Ergebnis setzt Sotheby’s ein klares Signal: Hochkarätiges Design kann heute dieselben Preisregionen erreichen wie etablierte Kunstgattungen. Für Sammler bedeutet das eine Verschiebung der Perspektive – und für Künstlerinnen wie Claude Lalanne eine späte, aber eindrucksvolle Bestätigung ihrer Bedeutung.

Foto: Claude Lalanne, Wichtiges und einzigartiges Ensemble aus fünfzehn Spiegeln für Yves Saint Laurent und Pierre Bergé , ca. 1974.

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