35 Rembrandt Radierungen in Schublade wiederentdeckt
Ein sensationeller Fund von 35 Rembrandt Radierungen überrascht die Kunstwelt. So kam es dazu.

senationelle Wiederentdeckung

Was jahrzehntelang unbeachtet in einer Mappe lag, entpuppt sich als kunsthistorischer Glücksfall: In den Niederlanden sind 35 originale Radierungen von Rembrandt van Rijn wiederentdeckt worden – verborgen in einem Privathaushalt, nahezu ein Jahrhundert lang.

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Die Werke gehörten einer Familie in Zutphen. Gekauft wurden sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts – zu einer Zeit, in der Radierungen kaum Beachtung fanden und für wenige Gulden den Besitzer wechselten. Laut der glücklichen Erbin, hatte ihr Großvater die Rembrandt Radierungen zwischen 1900 und 1920 für wenige Gulden erworben.

Übersehene Rembrandt Werke

Die heutige Besitzerin erbte die Sammlung, ohne ihren Wert zu kennen. Für sie waren es „schöne Bilder“. Mehr nicht. Die Blätter verschwanden in einer Schublade – über Jahre. Erst während der Pandemie änderte sich der Blick. Beim Durchsehen der alten Mappe kam der Zweifel: Sind die Rdierungen vielleicht doch etwas wert?
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Rembrandt Radierung wiederentdeckt
Foto: Rembrandt van Rijn, Selbstporträt mit Pelzmütze, 1630 © Charlotte Meyer Collection

Die Entscheidung, Experten einzuschalten, brachte die Wende. Spezialisten aus dem Rembrandt House Museum reagierten zunächst zurückhaltend – bis sie die Werke sahen. Dann kippte die Stimmung. Staunen, Ungläubigkeit, schließlich Gewissheit: Es handelt sich um originale Drucke des niederländischen Meisters.

Qualität, die selbst Fachleute überrascht

Die Blätter sind nicht nur echt, sondern außergewöhnlich gut erhalten. Jahrzehnte im Dunkeln haben sie geschützt. Für die Forschung ist das ein Gewinn: Rembrandts Radierungen gelten als Schlüssel zu seinem künstlerischen Denken – direkt, experimentell, oft intimer als seine Gemälde.

Dass ein derart geschlossenes Konvolut auftaucht, ist selten. Und es erzählt eine zweite Geschichte: die eines Sammlers mit Gespür. Der Großvater hatte früh erkannt, was andere übersahen – und Werke erworben, die heute Millionenwerte erreichen können.

Rembrandt Radierung in Ausstellung zu sehen

Die Sammlung wird nun öffentlich gezeigt: im Stedelijk Museum Zutphen. Dort tritt sie erstmals aus dem Schatten – ergänzt durch weitere Arbeiten Rembrandts und seines Umfelds.

Die Entdeckung ist mehr als eine kuriose Familiengeschichte. Sie ist ein Reminder: Bedeutende Kunst verschwindet nicht – sie wartet. Manchmal in Archiven. Manchmal in Tresoren. Und manchmal in einer ganz gewöhnlichen Schublade.

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