Millionen Kunstraub von Rotterdam - gestohlene Bilder sind unverkäuflich
Die gestohlenen Bilder aus der Kunsthalle von Rotterdam sind quasi unverkäuflich. Dazu sind die wertvollen Kunstwerke von Picasso, Monet, Matisse und Co zu bekannt. Wird es also Lösegeldforderungen geben?

über Kritik an Sicherheit und mögliche Erpressungen im Kunstraub von Rotterdam

Dienstagnacht ereignete sich, wie Artinfo24 gestern ausführlich berichtete, einer der spektakulärsten Kunstraubzüge der letzten Jahre. Insgesamt sieben wertvolle Gemälde, darunter jeweils ein Bild von Lucian Freud, Paul Gauguin, Henri Matisse, Pablo Picasso, Meyer de Haan und zwei Bilder von Claude Monet wurden aus der Rotterdamer Kunsthalle gestohlen.
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Kritik an der Sicherheit
Während die Polizei noch keine genaueren Angaben zum Tathergang macht, gab es erste Kritik am Sicherheitssystem der Kunsthalle. Während der Tatzeit, Dienstag-Nacht zwischen 03.00 und 04.00 Uhr, war kein Wachpersonal vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen war dies im Sicherheitskonzept der Kunsthalle auch nicht vorgesehen. Man hielt die angewandte Strategie, die vom Kunsthallendirektor als "State of Art" bezeichnet wurde, als ausreichend.

Wert der gestohlenen Bilder 50 bis 100 Millionen Euro

Offizielle Schätzungen über den wert der Bilder gibt es noch nicht. Chris Marinello, Geschäftsführer des Art Loss Register, schätzt den Wert der gestohlenen Werke zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Nach Recherchen von Artinfo24 konnten wir für die zwei Monet-Bilder folgende Auktionspreise der letzten Jahre feststellen: So wurde das "Waterloo Bridge" Bild im Juni 2008 für 501.882 Dollar versteigert. Für die "Charing Cross Bridge" Arbeit von Monet waren es im November 2009 sogar 1,874 Millionen Dollar.

Kunstraub Bilder auf dem offiziellen Kunstmarkt quasi nicht verkaufbar
In einer Sache sind sich alle Experten einig. Die gestohlenen Kunstwerke sind im offiziellen Kunstmarkt nicht vermittelbar. Dafür sind die Bilder von Matisse, Monet, Picasso & Co zu bekannt und in allen wichtigen Datenbanken registriert. Doch was passiert dann mit den gestohlenen Bildern?

Schwarzmarkt oder Lösegeld für Gemälde - Art-Napping
Die Spekulationen, warum die Bilder gestohlen wurden und was die Täter mit dem Diebesgut vorhaben, reichen von Auftragsarbeit bis hin zum Art-Napping, einer Art Erpressungsversuch. Beim Art-Napping einigt man sich auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme als "Lösegeld", um die Bilder so unversehrt wiederzubekommen. In den seltensten Fällen kommen Fakten dazu an die Öffentlichkeit. Die Besitzer und die entsprechende Versicherung werden quasi erpresst. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu solchen Art-Napping Versuchen.
Als im letzten Jahr zwei gestohlene Picasso-Bilder die dem Sprengel Museum gehörten wieder in Serbien auftauchten und sichergestellt wurden, war zumindest ein unabhängiger Kunstdetektiv im Auftrag der Axa-Versicherung im Einsatz (Quelle: Neue-Presse).
- gestohlene Picasso Bilder wieder in Hannover
- Kunstraub - Cézanne-Gemälde in Serbien aufgetaucht

» Triton Sammlung und Stiftung
Die sieben gestohlenen Bilder gehören der Triton Stiftung und Kunstsammlung. Die umfangreiche private Sammlung, die von dem verstorbenen Reeder William Cordia (1940-2011) aufgebaut wurde, verfügt über weit mehr als 250 bedeutende Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von rund 170 der einflussreichsten Künstler zwischen 1860 bis 1970. Die Triton-Sammlung gehört laut dem niederländischen Volkskrant zu den 200 bedeutendsten Privatsammlungen der Welt.

» Übersicht der 7 gestohlenen Gemälde von Rotterdam
Folgende Abbildungen wurden von der Polizei und Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. Für sachdienliche Hinweise kann man die niederländische Polizei unter folgender Telefonnumer erreichen 0900-8844. Oder anonym über 0800-7000.

Pablo Picasso "Tête d'Arlequin" (1971)


Henri Matisse: "La Liseuse en Blanc et Jaune" (1919)


Claude Monet: "Waterloo Bridge, London" (1901)


Claude Monet: "Charing Cross Bridge, London" (1901)


Paul Gauguin: "Femme devant une fenêtre ouverte, dite la Fiancée" (1888)


Meyer de Haan: "Autoporträt" (um 1889 bis 1891)


Lucian Freud: "Women with Eyes Closed" (2002)

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