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+Living sculptures and paper worlds - zwischen kindlicher Leichtigkeit und hintergründigem Esprit – oder koreanische Tradition trifft westlichen Zeit-geist: die Skulpturen und Fotoinstallationen von Kim Young-Hee*/
Ausschließlich aus dem in Korea gerne verwendeten Maulbeerbaumpapier bestehen die unterschiedlich großen Papierskulpturen, die Kim Young-Hee herstellt. Das Material wird in mehreren Lagen übereinandergeklebt, wobei die Künstlerin die Papierstücke nicht schneidet, sondern mit ihren Händen zerreißt. Ist die Figur stabil, wird sie in freiem Duktus mit Pinsel und Farbe bearbeitet. Kennzeichnend für Kim Young-Hees Werk ist ihr einzigartiges handwerkliches Können, welches sie durch Kombination mit koloristischer Malerei und spielerischer Erzählstruktur von der koreanischen Tradition in die Moderne führt.
Viele ihrer Figuren und Fotoinstallationen zeigen Momentaufnahmen des Alltags, reduziert auf die notwendigen Elemente, die den Betrachter zum Verweilen und Nachdenken anregen. Die meditative Kraft ihrer Werke, die
voller Liebe für die koreanische Tradition und ihre eigene Erfahrung sind, spiegeln sich in der Einfachheit und Klarheit der Kompositionen. Ihre Arbeiten sind erfüllt von Phantasie und Träumen und zeigen eine große Achtsamkeit für das Gefühl und die Natur. Die unerwarteten Formen und Eindrücke machen die Natur der Dinge begreifbar, enttarnen sie doch die Illusion und eröffnen den Blick für eine überraschend neue Seite des Lebens.
In ihrer Werkserie „Living Sculpture“, ihren jüngsten Arbeiten, löst Kim Young-Hee sich erstmalig von Papierskulpturen und verwendet stattdessen lebende Modelle, die sie zusammen mit Papierobjekten zu Szenarien voller Poesie und Skurrilität inszeniert. Die künstlerische Arbeit ist dadurch noch komplexer geworden und verbindet die Bereiche Malerei, Skulptur und Fotografie zu einer erzählerischen Gesamtinstallation.
Indem sie die Papierfiguren durch lebende Modelle ersetzt, denen sie aber durch Bemalung wieder einen irritierenden Akzent verleiht, erreicht die Künstlerin eine weitere Verfeinerung der von ihr angestrebten Verflechtung
von realem Alltag und künstlerischer Gegenwelt.