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Boris Bućan (*1947), Mitglied der Kroatischen Akademie der Wissenschaft und Kunst, gilt als der bedeutendste Vertreter der kroatischen Gegenwartskunst. Im Verlauf von mehr als vierzig Jahren künstlerischer Tätigkeit wurden seine Arbeiten weltweit ausgestellt und erhielten zahlreiche internationale und nationale Auszeichnungen. Besondere internationale Beachtung fanden schon frühzeitig seine Plakate, die er in unverwechselbarem Stil und außerhalb üblicher Konventionen schuf. Dabei hinterfragte er alle ikonographischen Paradigmen einschließlich seiner eigenen. Seit den 80er Jahren wandte er sich wieder intensiv der Malerei und Zeichnung zu.
Vom 7. Mai bis zum 4. Juni ist seine neueste Werkserie im Art Center Berlin zu sehen. Kuratorin der Ausstellung „Boris Bucan – Der Jäger auf Menschenköpfe oder das gefundene Gesicht“ ist Margarita Sveštarov Šimat. Sie hat sich als Kuratorin in der modernen Kunstszene, Katalogautorin und internationale Kunstkritikerin ebenso einen Namen erworben wie auch als Publizistin wissenschaftlicher Texte über alte Meister und Drucktechniken. Im Text zur Ausstellung schreibt Sie: „Boris Bućan ist ein Künstler, der sich im Imaginationsfeld der Bildeinstellung wie ein Jäger in den Sedimenten des Bildgedächtnisses bewegt. Bućan versteht es, die Figur aus den unerwartetsten Orten herauszuführen: aus der Botanik und Landschaft, Zoologie und Mechanik, aus Positionen, in denen sie verdeckt ist und dort wo sie enthüllt scheint, wir sie im Grunde aber nicht sehen. Während er in der Graphikkunst im Duktus der konturierten Geste spricht, maximiert er in der Malerei die Expression der Form durch die Reduktion der Bildfaktur. In diesem Stil und der zugehörigen Syntax entstehen Musikerporträts in den Blättern des Philodendronstammes, specie monstera deliciosa. Die Porträts von Bućan sind nicht als Burleske zu verstehen, sie sind keine Maskerade, Ironie oder Kommentar, zu denen ihr Autor manchmal neigt. Sie sind eine Hommage an die großen Geister der Kunst und Musik.“
Die Ausstellung steht unter Schirmherrschaft des Kulturministeriums der Republik Kroatien, des Kulturamtes der Stadt Zagreb und der Botschaft der Republik Kroatien.