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Ausstellung

SAICHU YOHANSYAH - „Klingende Bilder“ – Ausstellung in Berlin

SAICHU YOHANSYAH - „Klingende Bilder“
Meine Bilder sind in gewisser Hinsicht abstrakte Bilder. Ich benutze eine neue Technik aus „gebrochenen Kalligraphien” und Formen, die Lichteffekte auf den Gongs zu einer sich wandelnden Gesamtkomposition vereint. Meine Absicht ist es, von der Intelligenz des Denkens zur Intelligenz des Herzens, vom Verstand zur Intuition zu führen.
Ich arbeite meist sehr reduziert. Benutzt werden nur zwei Farben, der messingfarbene Glanz des Untergrundes und Schwarz. Auf diese Weise entsteht eine beabsichtigte Polarität, die symbolisch für alle existierenden und vorstellbaren Polaritäten steht.
Geboren auf Java, bin ich mit fernöstlicher Philosophie aufgewachsen. Inzwischen habe ich aber auch schon die Hälfte meines Lebens in der westlichen Welt gelebt und gearbeitet. Ich stehe also zwischen diesen beiden Traditionen, als Person und als Künstler. Ich bereiste in einer 7-jährigen Studienreise Asien, Europa, Amerika und Afrika und entwickelte meine Kunst unter dem Einfluss der Eindrücke vieler Kulturen.
Bevor ich arbeite, fokussiere ich mich selbst zunächst in der Meditation und versuche dann, fast nur meiner reinen Intuition zu folgen. Das Besondere an meinen „Klingenden Bildern” ist ihre neue Dimension. Das Bild „spricht“ und zwingt seinen Betrachter, auf zweierlei Weise aufmerksam zu sein. Es spricht nicht ausschließlich den Sehsinn an, sondern darüber hinaus auch das Gehör. So wird auf mindestens zweierlei Art wahrgenommen; einerseits über die Augen (Yang), was die Aufmerksamkeit nach außen richtet, und andererseits über die Ohren (Yin), über die unsere Achtsamkeit nach innen gerichtet wird.
Im Art Center Berlin zeige ich die weltweit größten Gongs von bis zu 2 Metern Durchmesser. Mit der Hilfe eines alten Gongbauers und seiner sieben Söhne, habe ich diese Gongs in den Bergen Javas handgeschmiedet. In meinem Berliner Atelier widmete ich viele Monate der Nachbearbeitung und Bemalung.
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Gong...
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dieses Wort stammt von der Insel Java und steht einfach nur für Klang. Seit etwa 3500 Jahren gibt es Gongs auf der Welt. Von Java aus verbreitete sich der Gong nach Thailand, Burma, Kambodscha, Vietnam und China, wo man aber eine andere Art von Gong, Tam-Tam genannt, herstellt. Dieser Tam-Tam verbreitete sich dann nach Japan und Korea.
Ursprünglich haben die Javaner den Gong zur Meditation angewandt: Der Gongspieler spielt, hört konzentriert dem Ton zu und meditiert, lässt die Gedanken ruhig werden, ohne ständig zu interpretieren. Mit der wieder gefundenen Stille können Körper Geist und Seele wieder zur Harmonie finden.
In Indonesien benutzt man in der heutigen Zeit die Gongs hauptsächlich in der Gamelanmusik als einen Teil des Gamelanorchesters. Die ursprüngliche Anwendung gerät auch hier langsam in Vergessenheit. Im Orchester findet man 5 verschiedene Größen von Gongs, der Größte unter ihnen heißt Gong Ageng (96 cm Durchmesser). In Europa werden Gongs u.a. in der Musiktherapie und in der Klangtherapie eingesetzt.
Ein Gong ist ein Idiophon („Selbst- oder Eigenklinger”), der schwingende Instrumentenkorpus erzeugt den Ton, wie auch bei z.B. Klangschalen (Tibet), Glocken, Vibraphon oder Zimbeln. Die großen Gongs eignen sich besonders, um mit ihrem Klang unzählige Frequenzen (Wellen) zu erzeugen, die den Körper durchströmen und auch helfen können, Energieblockaden aufzulösen. Genauso wichtig ist: Der Gong lehrt uns, zuzuhören. Zuhören bedeutet eben nur zu hören - ohne zu interpretieren oder zu bewerten. Gemeint ist hier, unseren Geist zur Ruhe zu bringen, die tiefe Stille – den klanglosen Klang - in uns wiederzuentdecken.
Sayo, Juli 2008

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