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Anton Henning inszeniert im Haus am Waldsee einen Salon als Gesamtkunstwerk. Mit subversiver Leichtigkeit bedient er sich aus dem Fundus der Kunstgeschichte. Selbstbewusst greift er nach Courbet und Picasso, Picabia, Polke, Arp, Moore oder Matisse aber auch zu Landschaften und Portraits im Stil der Niederländer des 17. Jahrhunderts. Er interpretiert sie im eigenen Sinne um, wie ein Erinnerungsbild und als subjektiven Kommentar. Sein sinnlich aufgeladener Kunstkosmos schafft ironische Distanz zu einer Geschichtsschreibung, die vor allem Konstruktion ist. Der Besucher ist mit einer Kunstwelt konfrontiert, die das Sammeln und Bewahren, das Präsentieren und Bewundern von Klassikern des 20. Jahrhunderts thematisiert. In der Überdosis des visuellen Angebots, die Henning mit gedanklicher Präzision und viel Sinn für Humor zeichnet, liegt das „Gegengift“ zur heutigen Kunstproduktion und deren Präsentation.