Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
„Das Wunder, wenn man es erlebt, ist nie
vollkommen. Erst die Erinnerung macht es
dazu.“ Erich Maria Remarque
Die Galerie WHITECONCEPTS freut sich,
die erste Einzelausstellung in Berlin
der niederländischen Künstlerin Seet van
Hout zu präsentieren. Die Ausstellung
umfasst mehr als 20 Arbeiten, die eine
Auswahl ihres künstlerischen Spektrums
von Malerei und Zeichnung über Textil
bilder hinzu Objektkunst und Keramiken
darstellt.
Zentrales Thema im Werk der renommierten
Künstlerin ist die Erinnerung, die eine
geistige Identität, ein denkendes Wesen,
formt. Einerseits spannt sich ihr Unter
suchungsfeld von Fragmenten aus, die
plötzlich vor dem inneren Auge
erscheinen, andererseits wandelt sich
die komplexe Identität eines Menschen
während seines Lebens und seinem Umgang
mit den Dingen in der Welt, für die er
sich in der Gegenwart entscheidet.
Ihr experimenteller Ansatz, der das
Lebendige, Interdependente, Serendipi
täre in den Mittelpunkt stellt, reicht
von abstrakter Kunst über informelle und
surreale Elemente hinzu allegorischen
Darstellungen. Sie verbindet, differen
ziert, ergänzt, ordnet, bildet, fühlt
und spürt und bietet oft dem Zufall
freien Zugang zu ihrem Werk. Kunst dient
ihr dabei als transformatives Medium auf
unterschiedlichen Bewusstseinsebenen.
Raumgreifende Installationen, zweidimen
sionale Arbeiten und auch Keramiken
zeigen einen holistischen Ansatz und
verbinden Zitate der Philosophie,
Wissenschaft und Religion mit den Erfah
rungen und Bildnissen der Mystiker, der
modernen Forschung und dem Alltäglichem.
Der Titel der Ausstellung „Red Green
house“ verweist auf Seets Liebe zur
Farbe und zur Natur, wobei ihr pflanz
liche Motive als Symbol für Wachstum und
Vergänglichkeit dienen, einem Prozess,
dem alles Lebendige, auch der Mensch in
seinen Selbstfindungsprozessen unter
worfen ist. Dabei schöpft Seet van Hout
einerseits ihre akribische “Nadelarbeit”
aus dem kontemplativen Dialog von grafi
schen, an der Linie orientierten
Impulsen und objekthaften Fadengebilden,
die eine Verbindung zum dreidimensio
nalen Raum herstellen. Andererseits
verwebt sie chemische Farb-Experimente
mit neurowissenschaftlichen und spiritu
ellen Vorstellungen. Vielleicht ganz im
Sinne des höchsten Ziels der Alchemie,
das in der “Erlösung” (von der Materie)
besteht, in der Vollkommenheit und
Läuterung der Seele. Dementsprechend
hält sich die Künstlerin an die Parzen,
die Schicksalsgöttinnen. Sie halten die
Lebensfäden der Menschen in den Händen,
wobei die erste den Faden spinnt, die
zweite ihn abmisst und die dritte ihn
abschneidet.
Seet van Hout’s Arbeiten wurden in zahl
reichen Ausstellungen in Galerien und
Museen weltweit gezeigt u.a. in der
Bibliotheca Alexandria/Ägypten, Xi’An
Academy Museum/China, Stedelijk Museum
Amsterdam/Niederlande.
Ihre Werke sind in wichtigen privaten
und öffentlichen Sammlungen vertreten
wie z.B. ABN AMRO Sammlung, Den Haag,
die Gelderland-Kunstsammlung, die Muse
umssammlung des Kyoto Institute of Tech
nology, die Sanders Sammlung oder die
Sammlung des Stedelijk Museums.
2011 erschien der gleichnamige Katalog
mit Farbabbildungen und Beiträgen von
Prof. Mieke Bal, Dr. Martin Gesing,
Suzanna Heman, Martin Rehkopp und Wouter
Weijers.