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Ausstellung

Magie der Zahl – Ausstellung in Hamburg

Magie der Zahl
"Magie der Zahl"/
+EGON KARL NICOLAUS*/#

„Mit meinen Zahlen erinnere ich die Menschen an ihre Realität, an vielleicht die härteste.“ Egon Karl Nicolaus#

Während der weitaus größten Phase seines Schaffens, fast 25 Jahre lang, war die Zahl der bestimmende Gegenstand in den Bildern Egon Karl Nicolaus. Es war nicht die Zahl in ihrer mathematischen Funktion, die den gebürtigen Hamburger interessierte, sondern ihre Verwendung als Form oder Zeichen, als selbständiges Bildmotiv, als kompositorisches Baugerüst. #

Schüler von Arnold Fiedler an der Landeskunsthochschule am Lerchenfeld, später von Willi Baumeister in Stuttgart arbeitete er Mitte der 50er Jahre zunächst streng konstruktivistisch. In Anlehnung an die De-Stijl-Kunst Piet Mondrians sucht er mit der konsequenten Betonung der Senkrechten letztmögliche Einfachheit und die Darstellung einer irdischen Ordnung.#
Nach zweijährigem Aufenthalt in Worpswede übersiedelt Nicolaus 1958 nach Paris. Konfrontiert mit abstraktem Expressionismus, Informel und Tachismus entstehen nun neue, aus ihrer inneren Strenge gelöste und um eine poetische Dimension bereicherte Arbeiten. Lebhafte, gestisch gemalte Improvisationen mit einer starken rhythmischen Bewegtheit in Komposition und Farbigkeit, die sicher auch von seiner Leidenschaft zum Jazz inspiriert sind, bestimmen die Bilder der frühen Pariser Jahre. 1963-65 entwickeln sich zunehmend Konkretisierungen von ersten Zahlen in den informellen Kompositionen, wie Nicolaus rückblickend bemerkte, „in freier Aktion“ entstanden. Die Zahl ist - und sie wird es für ihn auch bleiben – in erster Linie formal interessant. Noch verwendet er die Zahl spielerisch, ohne wirkliche Ordnung, aber doch als ganz eigenen Bestandteil der Komposition. Gegen Ende der 60er Jahre verliert sich dieser freie Ductus, die Zahl wird Mittelpunkt eines wieder strenger gehaltenen Bildgeschehens. #
Pop Art und neue Ornamentik beeinflussen die Zahlenbilder in den gesamten 70er Jahren. Im Spiel mit vertikalen, horizontalen, diagonalen und runden Formen erhalten die Zahlen Gestaltungs- und Ordnungskraft.
Mit Beginn der 80er Jahre lockert Nicolaus erneut die Strenge auf, ein Rückbezug auf die spontane, informelle Malerei der 60er Jahre wird spürbar. Immer häufiger sind die Zahlen nun in schwarz auf kräftig farbigen Bildakkorden gegeben, sie werden rissiger, brüchiger, fragmentiert. Während am Anfang der 80er die Darstellungen noch fast narrativ-spielerisch anmuten, entwickelt sich nun zunehmend ein eigentümlich gespanntes Verhältnis zu seinem Sujet. Manchmal scheint es, als ginge Nicolaus fast respektlos provokativ mit seinem nun seit rund 20 Jahren immer und immer wieder variierten Thema um. Rote, blaue, gelbe und grüne Streifen, heftig, mit zügigem Strich und bizarrer Kontur gemalt, bilden einen erneut die Vertikale betonenden Grund, auf dem die Zahlen sich nun zu positionieren und ihre Dynamik zu entfalten suchen.#

1988 stirbt Egon Karl Nicolaus in Köln, wo er seit 1976 ein zweites Atelier besaß. Vor genau 10 Jahren wurde in Köln die Egon Karl Nicolaus Stiftung gegründet, die neben der Förderung junger Künstler in Köln sich für den Nachlass des Werkes von Egon Karl Nicolaus engagiert. Aus diesen Beständen wurde jetzt die Ausstellung „Magie der Zahl“ konzipiert. Sie zeigt im Überblick die verschiedenen Werkphasen dieses überaus kreativen und produktiven Hamburger Künstlers, setzt den Schwerpunkt aber auf die Arbeiten der 80er Jahre. #
Seit über 50 Jahre ist Egon Karl Nicolaus in internationalen Museen, Galerien und auf Kunstmessen vertreten, seit 1960 ist diese Ausstellung nun die erste Präsentation in seiner Geburtsstadt Hamburg.##



Geöffnet: Dienstag – Freitag 12-19 Uhr, Samstag 11-16 Uhr
Katalog zu Egon Karl Nicolaus 29,- €

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