Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Bahram Hajous Arbeiten handeln vom Menschen. Vom Mensch allein in seiner Einsamkeit. Auch wenn mehr als eine Person im Bild ist, ist es die Beziehungslosigkeit der Akteure, die den Betrachter auf sich und seine existenzielle Isolation zurückwirft. Kaum eine Berührung, eine Kommunikation oder ein Augenkontakt vermittelt zwischen den Figuren. Stattdessen schauen sie oft mit intensivem Blick fast herausfordernd den Bildbetrachter an. Sie klagen nicht an, provozieren nicht, aber sie verlangen vom Betrachter eine Auseinandersetzung mit der Fremdheit.
Häufig sind Übermalungen schirmend oder verleugnend über die Körper gelegt. Schleierhaft scheinende Bekleidungen wirken wie ein kaum zulänglicher Schutz. Stets bleiben die Figuren in und bei sich, aber in ihrer Einsamkeit verletzlich.
Der Hintergrund ist unbestimmt gestaltet. Andeutungen von weiteren Figuren, sei es durch Übermalungen oder Einfügung silhouttehafter Gestalten, markieren Abwesenheit, verlorene Präsenz. Fensterhafte Öffnungen und auch die Begrenztheit des Hintergrundes geben zwar keinen Ausblick frei, gestatten dem Betrachter aber die Idee von einer umgebenden Welt, vielleicht sogar die Hoffnung auf Ausweg.
Ruhe, aber auch gleichzeitig Dynamik und Expressivität im Ausdruck zeichnen die Bilder Bahrams aus. Die Bewegtheit in Malgestus und Farbigkeit wehrt sich geradezu gegen die Verschlossenheit der Figur. Die starke bildnerische Materialität ist gewaltsam und befreiend zugleich.