Werkstätte Carl Auböck - Designklassiker aus Wien
Carl Auböck Design - Geschichte, Ausstellung, Katalog zur Wiener Werkstätte der Designklassiker.

Iconic Auböck - Katalog, Ausstellung & Werke

Die Werkstätte Carl Auböck, gegründet im 19. Jahrhundert von Karl Heinrich Auböck (1872-1925) in Wien, ist eine der renommiertesten Designwerkstätten Österreichs und weltweit bekannt für ihre einzigartigen, handgefertigten Objekte. Als Metallwerkstatt zur Herstellung von „Wiener Bronzen“, firmierte das Unternehmen anfangs noch an einem anderen Ort. Ursprünglich als Bronzewerkstatt von Carl Auböck I ins Leben gerufen, entwickelte sich das Familienunternehmen unter der Leitung von Carl Auböck II zu einer kreativen Schmiede für funktionale und ästhetisch anspruchsvolle Alltagsgegenstände. Bis heute bleibt die Werkstätte im 7. Wiener Bezirk, mittlerweile in der vierten Generation geführt, ein Inbegriff für exzellentes Design und Handwerkskunst.

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Die Bedeutung der Werkstätte Carl Auböck in der Designwelt ist unbestritten. Mit einem unverwechselbaren Stil, der Materialien wie Messing, Leder und Holz in innovative Formen und Funktionen integriert, hat sie einen festen Platz in internationalen Museen und privaten Sammlungen erobert. Ihre Stücke, die sich durch zeitlose Eleganz und praktische Nutzbarkeit auszeichnen, sind nicht nur dekorative Kunstwerke, sondern auch Zeugnisse der Bauhaus- und Wiener Werkbund-Einflüsse, die das Design des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägten.

Carl Auböck Baumtisch
Foto: Carl Auböck, 1948 Sammlung Loher © MAK/Christian Mendez

Auböck Baumtisch, Flaschenhalter, Zeitungsständer - Kosmos der kleinen Dinge

Im Auböck Katalog werden rund 470 Produkte wie Briefbeschwerer, Korkenzieher, Aschenbecher, Tischglocken, Buchstützen, Nussknacker, Schuhanzieher, Kerzenständer, Messer, Kämme oder Schlüsselanhänger gelistet. Alles Dinge die wir vielleicht nicht unbedingt brauchen, aber unseren Alltag auf jeden Fall schöner und ästhetischer machen. Eine große Auswahl an Auböck Stücken ist nun im MAK Design Lab in Wien zu sehen.

Ausstellung ICONIC AUBÖCK im MAK Wien

Die Auböck Ausstellung "ICONIC AUBÖCK. Eine Werkstätte formt den österreichischen Designbegriff" zeigt rund 400 ikonischen und bis heute handgefertigte Designklassiker der "Werkstätte Carl Auböck". Die Manufaktur in der Bernardgasse im siebten Wiener Bezirk genießt weltweit einen exelenten Ruf. Die Auböck Ausstellung "ICONIC AUBÖCK" konzentriert sich auf die Ära der Zwischen- und Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre. Carl Auböck II (1900–1957), inspiriert vom Bauhaus und anderen Design- und Kunstbewegungen, war prägend für das einzigartige Auböck-Design.

Carl Auböck Ausstellung MAK Wien
Foto: Carl Auböck Ausstellung MAK Wien, Iconic Auböck Eine Werkstätte formt den österreichischen Designbegriff Zentraler Raum MAK Design Lab © MAK/Christian Mendez

Ausstellung ICONIC AUBÖCK: MAK Wien
15.05. bis 13.10.2024
Zentraler Raum MAK Design Lab
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

Carl Auböck Katalog Ausstellung MAK Wien
Auböck Katalog zur Ausstellung Iconic Auböck, Birkheuser Verlag
zum Katalog

Carl Auböck Design kaufen

Das Design aus der Manufaktur Carl Auböck ist beliebt bei Designliebhaber und Sammler. Tische von Carl Auböck kauft man eher auf Auktionen. Dort tauchen immer wieder interessante Stücke auf. Die kleinen Alltagsgegenstände wie Briefbeschwerer, Schalen, Messer und andere Dinge finden Sie auf den einschlägigen Online-Plattformen wie Etsy, Catawiki, ebay, Kleinanzeigen und wenn Sie Glück haben, beim nächsten Flohmarkt Besuch.

Carl Auböck bei Etsy

Carl Auböck bei Catawiki

Auböck Design und Stil

Die Designphilosophie der Werkstätte Carl Auböck ist tief in der Verbindung von Funktionalität und Ästhetik verwurzelt. Ihre Entwürfe sind geprägt von einer minimalistischen Eleganz, die sich durch klare Linien und eine subtile Raffinesse auszeichnet. Die Auböck-Stücke bestechen nicht nur durch zeitlose Eleganz, sondern sind auch praktische Alltagsgegenstände, die das Leben ihrer Besitzer bereichern sollen.

Charakteristische Merkmale der Auböck-Designs

Ein zentrales Merkmal der Auböck-Designs ist die Verwendung von hochwertigen Materialien. Die Werkstätte setzt vor allem auf Messing, Leder und Holz, die in ihren Händen zu einzigartigen Kunstwerken werden. Messing, oft in Kombination mit anderen Materialien, wird zu Skulpturen, die durch ihre schlichte Schönheit und ihre Patina bestechen. Leder wird in einer Weise eingesetzt, die sowohl Robustheit als auch Eleganz vermittelt, sei es bei Griffen, Bezügen oder dekorativen Elementen. Holz, meist in Form von Nussbaum oder Eiche, bringt Wärme und Natürlichkeit in die Designs und bildet einen ansprechenden Kontrast zu den metallischen Akzenten.

Carl Auböck Briefbeschwerer
Foto: Carl Auböck II, Briefbeschwerer (1947–1950) © MAK/Christian Mendez

Die Kombination dieser Materialien spiegelt die Philosophie der Auböck-Werkstätte wider: die Harmonie von Natur und Handwerk. Jedes Stück wird in Handarbeit gefertigt, was ihm nicht nur eine hohe Qualität, sondern auch eine einzigartige Persönlichkeit verleiht. Kein zwei Stücke sind exakt gleich, was jedes zu einem exklusiven Sammlerstück macht.

Funktionalität und Ästhetik

Die Werkstätte Carl Auböck hat es meisterhaft verstanden, Funktionalität und Ästhetik zu vereinen. Ihre Entwürfe sind durchdacht und praktisch, ohne dabei an Eleganz einzubüßen. Ein gutes Beispiel dafür sind die berühmten Auböck Buchstützen, die in Form und Material variieren, aber stets durch ihre klare Funktion und ihr stilvolles Design überzeugen. Ebenso verhält es sich mit den zahlreichen Accessoires wie Briefbeschwerern, Schalen und Lampen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch ihren praktischen Nutzen perfekt erfüllen.

Die Funktionalität wird nicht als Gegensatz zur Ästhetik betrachtet, sondern als deren integraler Bestandteil.

Carl Auböck Zeitungsständer
Foto: Carl Auböck II, Zeitungsständer mit Stoffbespannung von Mara Uckunowa-Auböck, 1938 Archiv Carl Auböck © MAK/Christian Mendez

Einfluss von Bauhaus auf Carl Auböck

Der Einfluss des Bauhaus und anderer Design- und Kunstbewegungen wie des Wiener Werkbunds ist in den Designs der Werkstätte Carl Auböck unverkennbar. Die klare Formensprache und die funktionale Gestaltung der Auböck-Objekte spiegeln die Prinzipien dieser Bewegungen wider, die eine Verschmelzung von Kunst und Handwerk sowie die Schaffung funktionaler und ästhetischer Gebrauchsgegenstände propagierten.

Carl Auböck II, der die Werkstätte in der Mitte des 20. Jahrhunderts prägte, war stark von den Ideen des Bauhaus Designs inspiriert. Er studierte an der renommierten Wiener Kunstgewerbeschule und brachte diese Einflüsse in die Werkstätte ein, indem er traditionelle Handwerkstechniken mit modernem Design kombinierte. Die Reduktion auf das Wesentliche, die klare Geometrie und die Verwendung von industriellen Materialien und Techniken sind Ausdruck dieses Erbes.

Auböck Werke und Kollektionen

Die Werkstätte Carl Auböck hat im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche ikonische Werke hervorgebracht, die durch ihre unverwechselbare Ästhetik handwerkliche Meisterschaft und Funktionalität bestechen.

Auböck Briefbeschwerer
Eines der bekanntesten und charakteristischsten Objekte der Werkstätte Carl Auböck ist der Briefbeschwerer. Diese kleinen Skulpturen, aus Messing gefertigt, sind in verschiedenen Formen erhältlich, von einfachen geometrischen Figuren bis hin zu organischen, naturinspirierten Designs. Der „Papiergewicht Hand“, eine stilisierte Hand aus poliertem Messing, ist ein Paradebeispiel für die Verbindung von Kunst und Funktion. Solche Stücke sind nicht nur nützlich, sondern auch ästhetisch ansprechend und spiegeln die Philosophie der Auböck-Werkstätte wider, Alltagsgegenstände zu kunstvollen Objekten zu erheben.

Auböck Buchstützen
Ein weiteres Highlight sind die Buchstützen der Werkstätte. Diese sind oft aus einer Kombination von Materialien wie Messing und Holz gefertigt und zeichnen sich durch ihr elegantes und dennoch schlichtes Design aus. Die „Buche“, eine Buchstütze in Form eines stilisierten Baums, ist sowohl funktional als auch dekorativ.

Auböck Lampe
Lampen der Werkstätte Carl Auböck sind ebenfalls ikonische Werke, die Funktionalität mit einem einzigartigen Design verbinden. Ein Beispiel dafür ist die „Lampe Modell 5660“, eine Tischlampe aus Messing mit einem Ledergriff.

Carl Auböck Kollektionen

"Ambiente" Kollektion
Eine der bedeutendsten Kollektionen der Werkstätte Carl Auböck ist die "Ambiente" Kollektion. Diese Kollektion umfasst eine Vielzahl von Haushaltsgegenständen, die alle durch ihr schlichtes, aber elegantes Design und ihre hohe Funktionalität bestechen. Die „Ambiente“ Kollektion spiegelt die Philosophie der Werkstätte wider, dass jedes Objekt, unabhängig von seiner Funktion, auch ästhetisch ansprechend sein sollte.

Zusammenarbeit mit bekannten Designern und Marken

Die Werkstätte Carl Auböck hat im Laufe der Jahrzehnte mit zahlreichen bekannten Designern und Marken zusammengearbeitet, um einzigartige und innovative Produkte zu schaffen. Eine bemerkenswerte Zusammenarbeit war die mit dem Designer Walter Gropius, einem der Begründer des Bauhauses, der maßgeblich die Designphilosophie der Werkstätte beeinflusste. Weitere Kooperationen umfassen Projekte mit renommierten Marken wie Hermès, die exklusive Kollektionen in Zusammenarbeit mit der Werkstätte entwickelten. Diese Partnerschaften haben dazu beigetragen, die Reichweite und den Einfluss der Auböck-Designs weltweit zu erweitern und neue Märkte zu erschließen.

Auböck Einfluss und Anerkennung

Die Werkstätte Carl Auböck hat sich im Laufe der Jahrzehnte einen festen Platz in der internationalen Designwelt erarbeitet und genießt sowohl bei Sammlern als auch bei Designexperten hohe Anerkennung. Ihre einzigartigen Stücke sind weltweit in renommierten Museen und Sammlungen vertreten und haben zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewonnen. Zudem hat die Werkstätte einen nachhaltigen Einfluss auf moderne Designer und die Designindustrie ausgeübt.

Auböck-Werke in Museen und Sammlungen

Auböck-Stücke sind in einigen der weltweit renommiertesten Museen und Sammlungen zu finden. Dazu gehören:

Museum of Modern Art (MoMA), New York: Das MoMA beherbergt mehrere Werke der Werkstätte Carl Auböck in seiner Sammlung für modernes Design. Die Präsenz im MoMA unterstreicht die Bedeutung der Auböck-Stücke als Ikonen des 20. Jahrhunderts.

Victoria and Albert Museum, London: Auch dieses bedeutende Museum für Kunst und Design zeigt Auböck-Objekte, die die Verbindung von Funktion und Ästhetik verdeutlichen.

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien: Als Wiener Institution hat das MAK eine umfangreiche Sammlung von Auböck-Stücken, die die historische und kulturelle Bedeutung der Werkstätte dokumentieren.

Preise und Auszeichnungen

Compasso d'Oro: Einer der renommiertesten internationalen Designpreise, der die Exzellenz und Innovation der Auböck-Designs anerkennt.

Good Design Award: Dieser Preis honoriert herausragendes Produktdesign und wurde der Werkstätte Carl Auböck für ihre außergewöhnlichen Beiträge zur Designwelt verliehen.

Austrian State Prize for Design: Eine nationale Anerkennung für die besondere Bedeutung und den Einfluss der Werkstätte auf das österreichische und internationale Design.

Einfluss auf moderne Designer und die Designindustrie

Der Einfluss der Werkstätte Carl Auböck auf moderne Designer und die Designindustrie ist tiefgreifend. Viele zeitgenössische Designer lassen sich von der klaren Formensprache, der funktionalen Ästhetik und der Materialwahl der Auböck-Stücke inspirieren. Der innovative Einsatz von Materialien wie Messing, Leder und Holz hat neue Standards in der Designwelt gesetzt und die Art und Weise, wie Funktion und Ästhetik kombiniert werden, nachhaltig geprägt.

Bekannte Designer und Architekten wie Tom Dixon und Jasper Morrison haben die Arbeiten der Werkstätte Carl Auböck als Inspirationsquelle erwähnt. Ihre Designs spiegeln oft die Einfachheit und Eleganz wider, die auch die Auböck-Werke auszeichnen.

Foto-oben: MAK Ausstellungsansicht, 2024 ICONIC AUBÖCK. Eine Werkstätte formt den österreichischen Designbegriff © MAK/Christian Mendez

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