Gabriele Münter gilt als bedeutende Grafikerin und Malerin des Expressionismus. Als viertes und jüngstes Kind des Zahnarztes Carl Münter und seiner Frau Wilhelmine wurde die Künstlerin im Februar des Jahres 1877 in Berlin geboren. Mit Wassily Kandinsky war sie verlobt und gehörte ab 1911 zum Kreis des Blauen Reiters.

- am 19. Februar 1877 in Berlin geboren
- am 19. Mai 1962 in Murnau am Staffelsee gestorben

Ausbildung zur Künstlerin
In jenen Jahren waren die staatlichen Kunstakademien für Frauen nicht zugänglich und ausschließlich den Männern vorbehalten. 1897 besuchte sie daher eine private Damenkunstschule in Düsseldorf. Doch noch im Herbst desselben Jahres verstarb ihre Mutter. Daraufhin entschloss sich Gabriele Münter zusammen mit ihrer Schwester im Jahr 1898 zu einer USA-Reise um dortige Verwandte zu besuchen. Durch das Erbe finanziell unabhängig reisten die beiden Schwestern zwei Jahre lang durch verschiedene US-Bundesstaaten, bevor Gabriele Münter 1901 nach München zog.

Gabriele Münter und Wassily Kandinsky
In München setzte sie ihr Studium an der Malschule des Künstlerinnen-Vereins fort und wechselte später an die Kunstschule „Phalanx“ Wilhelm Hüsgens und Waldemar Heckers. Dort arbeitete auch Wassily Kandinsky. Auf Initiative von Kandinsky zog Gabriele Münter zusammen mit anderen Künstlern im Jahr 1902 für einige Wochen nach Kochel am See. Dort experimentierten sie mit der Malerei im Freien, der sogenannten Freilichtmalerei. Ein Jahr später (1903) kam es in Kallmünz zur Verlobung zwischen Wassily Kandinsky und Gabriele Münter.

Der Blaue Reiter und Gabriele Münter
Als Gründer und Initiatoren der Ausstellungs- und Publikationsbewegung "Der Blaue Reiter" gelten als Wassily Kandinsky und Franz Marc. 1911 legte Kandinsky den Vorsitz der Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.) nieder, blieb aber weiterhin Mitglied. Grund war u.a. seine zunehmend abstrakte Malweise. Zusammen mit Franz Marc brachte er den gleichnamigen Almanach "Der Blaue Reiter" heraus (1911). Die erste der beiden Ausstellungen des Blauen Reiters fand vom 18. Dezember 1911 bis zum 1. Januar 1912 in der Modernen Galerie Heinrich Thannhauser statt. An der Ausstellung an der auch Gabriele Münter teilnahm, wurden insgesamt 48 Werke gezeigt. Darunter waren Arbeiten von Henri Rousseau, Albert Bloch, David und Wladimir Burljuk, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Elisabeth Epstein, Eugen von Kahler, Wassily Kandinsky, August Macke, Franz Marc, Jean-Bloé Niestlé und Arnold Schönberg.

1914 floh Gabriele Münter mit Wassily Kandinsky, nach Ausbruch des 1.Weltkrieges, in die Schweiz. Das war nicht nur das Aus für die Initiative "Der Blaue Reiter", sondern auch die der Beziehung zwischen den beiden Künstlern. Kandinsky, unerwünscht in der Schweiz, ging zurück nach Russland. Gabriel Münter zog es bis 1920 nach Skandinavien.

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