Eva Hesse Film - Ich will meinen eigenen Weg finden
Heute ist Kinostart der Doku "Eva Hesse". Der Film der Regisseurin Marcie Begleiter ist ein bewegende Doku einer Künstlerin, die viel zu früh verstarb.

Kinostart - ergreifende Doku über Eva Hesse

"Ich will meinen eigenen Weg finden. Es macht mir nichts aus, Meilen von jedem anderen entfernt zu sein; die besten Künstler waren die, die alleine standen."

Eva Hesse wollte schon früh Künstlerin werden. Immer wieder wurde die Künstlerin jedoch von Traumata heimgesucht. Es begann schon früh in ihrer Kindheit. 1936 wird Eva Hesse mitten hinein in die düstere Zeit der Natinalsozialisten geboren. Zwei Jahre später wird sie zusammen mit ihrer Schwester mit einem der letzten Kindertransporte nach Den Haag geschickt. Ihre Eltern bleiben zunächst zurück.

Im Februar 1939 können die Eltern aus Deutschland fliehen. Die Familie kann am 16.Juni 1939 über die Niederlande und London nach New York emigrieren. Sechs Jahre später lassen sich die Eltern scheiden. Nur ein Jahr nach der Scheidung, es ist das Jahr 1946 und Eva Hesse steht kurz vor ihrem 10. Geburstag, passiert das zweite Trauma. Ihre Mutter Ruth Marcus Hesse nimmt sich das Leben.

Eva Hesse
Foto von Installation „Accretion“, 1968. Aufgenommen in der Hamburger Kunsthalle, 2013. Foto Marcie Begleiter

"Mein Leben verlief niemals normal. Nie!"

Eva Hesse studierte Malerei an der Yale Universität und war zu jener Zeit Schülerin von Josef Albers. Schnell wurde sie Mittelpunkt der New Yorker Kunstszene der 60er Jahre. Zu engen Freunden zählten Sol Lewitt, Carl Andre und Richard Serra.

Eva Hesse
Eva Hesse mit Joseph Albers in Yale, ca. 1958. Fotograf unbekannt.

Ihr Vater sorgte sich immer um sein kleines "Evchen", wie er sie liebevoll nannte. Ihre Arbeit als Künstlerin sah er skeptisch und vielleicht verstand er sie auch nicht.

"Liebes Evchen, du warst immer erfolgreich in dem, was du gemacht hast. Aber Malerei und Studieren sind angenehme Jobs. Damit du lernst, auf eigenen Füßen zu stehen, solltest du auch Dinge tun, die du heute vielleicht nicht so angenehm findest."

Im Juni 1964 folgt Eva Hesse und ihr damaliger Mann Tom Doyle, ebenfalls Künstler, der Einladung des deutschen Industriellen Friedrich Arnhard Scheidt nach Kettwig an der Ruhr bei Düsseldorf. In einer alten Textilfabrik entsteht ihr Atelier. Es folgen Reisen in Europa, eine erste Ausstellung im Düsseldorfer Kunstverein und eine Teilnahme an der documenta 3 in Kassel.

Doch Eva Hesse zweifelt. Es ist ihr enger Freund und Vertrauter Sol Lewitt der sie in zahlreichen Briefwechsel immer wieder ermuntert und auffordert weiter zu machen.

"Du musst üben, dumm, doof, nicht nachdenkend und leer zu sein. Nur dann wirst du fähig zu schaffen."

Eva Hesse
Detailaufnahme von Hesses “Connections”, 1969. Foto Marcie Begleiter

Der Film "Eva Hesse" der Regisseurin Marcie Begleiter ist ein eindrucksvolle Dokumentation einer Künstlerin, die man in Deutschland lange vergessen hatte. Erst die Ausstellung "Eva Hesse - One More than One" in der Hamburger Kunsthalle 2013, verschaffte ihr und ihrem Werk die entsprechende Aufmerksamkeit.

Foto-oben: Eva Hesse ca. 1963. Foto Barbara Brown

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