Pauline Curnier Jardin gewinnt den 10. Preis der Nationalgalerie
Die Preisträgerin des 10. Preis der Nationalgalerie heißt 2019 Pauline Curnier Jardin. Die Preisverleihung fand gestern Abend im Hamburger Bahnhof statt.

Preisverleihung Hamburger Bahnhof

Es ist bereits die 10. Verleihung. Die erste Ausgabe fand im Jahr 2000 statt. Zur feierlichen Preisverleihung in Anwesenheit der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters im Hamburger Bahnhof, nahmen rund 400 internationalen Gäste und Freunde der Nationalgalerie teil.

Seit dem 16. August 2019 sind Arbeiten der vier nominierten Künstler*innen im Hamburger Bahnhof zu sehen. Zur Jury 2019 zählten Annie Fletcher, Direktorin des IMMA – Irish Museum of Modern Art, Dublin, Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, Philippe Vergne, Direktor des Serralves Museum of Contemporary Art, Porto, sowie Theodora Vischer, Senior Curator der Fondation Beyeler, Basel.

Pauline Curnier Jardin
Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2019: Pauline Curnier Jardin, Foto: David von Becker

Die Gewinnerin 2019 ist die 1980 in Marseille geborene Künstlerin Pauline Curnier Jardin. Die Begründung der Jury lautet wie folgt:

Nach einer lebendigen Diskussion hat die Jury den Preis der Nationalgalerie 2019 an Pauline Curnier Jardin verliehen, nicht nur mit Blick auf ihren Beitrag zur Shortlist-Ausstellung hier im Hamburger Bahnhof, sondern für ihre künstlerische Praxis insgesamt.

Die Jury begründet ihre Entscheidung auf dem Geist des Preises der Nationalgalerie, eine künstlerische Praxis in ihrer Entwicklung zu fördern. Die Jury beeindruckt vor allem Pauline Curnier Jardin's herausfordernde und vereinnahmende filmische und installative Sprache. Nicht ungleich einem sich im Delirium befindlichen Zirkus, eröffnet ihr Werk eine verunsichernde Erfahrung, die auf der Verwirrung unserer Zeit gründet.

Pauline Curnier Jardin erhält mit der Auszeichnung im kommenden Jahr eine große Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie und eine begleitende Publikation.

Förderpreis Filmkunst geht an Lucia Margarita Bauer

Der in Kooperation mit der Deutschen Filmakademie stattfindende 5. Förderpreis Filmkunst ist mit 10.000 Euro dotiert und geht 2019 an Lucia Margarita Bauer (geb. 1979) mit dem 37-minütigen Film „Maman Maman Maman“ von 2019.

Lucia Margarita Bauer
Gewinnerin des Förderpreis für Filmkunst 2019: Lucia Margarita Bauer, Foto: David von Becker

Begründung der Jury

Lucia Margarita Bauer erzählt in MAMAN MAMAN MAMAN eine sehr persönliche Geschichte. Sie kreiert auf spielerische Art und Weise ein dokumentarisches Porträt und schafft es, eine überraschend tiefe psychologische Ebene einzubeziehen, in der die Frage der Identität und des "Verrücktseins" immer wieder neu gestellt werden. Basierend auf einer wahren Geschichte bewegt sie sich auf den Spuren ihrer Großmutter, zwischen dem Leben in einer Großfamilie, der Alzheimer-Erkrankung und dem Zweiten Weltkrieg.

Aus Handyvideos und Briefen, der familieneigenen Fotosammlung, der humanistisch orientierten Familienbibliothek und den Super-8-Filmen der eigenen Großmutter schafft Lucia Margarita Bauer einen spannungsvollen, inspirierten und assoziationsreichen Schnitt und entwickelt eine eigene Bildsprache. Sie überzeugte die Jury durch ihren Sinn für Kreativität und die Kombination aus Humor und Tragik, durch die sie die Zuschauer*innen in ihren Bann zieht. Leichtfüßig und zugleich tief ernst gelingt ihr damit ein flirrendes und wahrhaftiges Porträt einer Frau, einer Familie, einer Zeit und eines Hauses.

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