Bernd und Hilla Becher – Typologien industrieller Bauten
Über vierzig Jahre arbeiteten Bernd und Hilla Becher gemeinsam an einem Archiv industrieller Architektur. Bernd Becher, der Kunst studiert hatte und im industriell geprägten Siegen aufgewachsen war, hielt am Anfang mit Zeichnungen die Zechenanlagen seiner Heimatregion fest.

Fotografie - Fotobuch - Fotokunst

Als Ende der 50er-Jahre viele Betriebe geschlossen und demontiert wurden, wechselte er zur Fotografie, um schneller arbeiten zu können. Seine spätere Frau Hilla Wobeser, eine ausgebildete Fotografin aus Potsdam, brachte die präzise fotografische Technik in die gemeinsame Arbeit ein. Um möglichst detaillierte und nachvollziehbare Aufnahmen zu erzielen, benutzen sie seitdem eine 13 x 18 cm große Plattenkamera. Die großen Negative erlauben Abzüge, die ein genaues Studium der Details zulassen. Vor einem immer ähnlich neutral gehaltenen Hintergrund, dem grauen und wolkenlosen Himmel, platzieren sie mittig und formatfüllend ausgewählte Objekte verschiedener Arten industrieller Nutzbauten. Die Aufnahmen bilden nach vorher festgelegten Kriterien so genannte Typologien.
Die mittlerweile berühmten Typologien der Bechers können aus 9, 12, 15 oder 16 Einzelfotografien bestehen.

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Bernd und Hilla Becher wurden mit so unterschiedlichen Auszeichnungen wie dem Goldenen Löwen der XLIV. Biennale Venedig (1990), dem Kaiserring, Goslar (1994), dem Praemium Erasmianum, Amsterdam (2002), und dem Hasselblad Preis, Göteborg (2004), geehrt. Ihre Fotografien wurden in 15 Monografien und unzähligen Publikationen veröffentlicht und in vielen internationalen Einzelausstellungen präsentiert. Sie haben an der documenta 5, 6, 7 und 11 teilgenommen. Mit ihren Werken sind sie in den führenden nationalen und internationalen öffentlichen Museumssammlungen vertreten.

Ihre Fotografien und ab Ende der 1960er Jahre erschienenden Fotobücher erzielen auf Auktionen immer wieder Spitzenpreise. Teuerste Arbeit des Fotografenehepaares waren die "Winding Towers, France, Belgium, Germany". Sothebys versteigerte die Prints im Mai 2008 für rund 289.000 Dollar.

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