Artnews: DC Open, Warhol Auktion und die Macht der Kunstmäzene
Unsere Artnews der Woche haben als Veranstaltungstipps die DC Open im Gepäck, klären, warum 20.000 Warhol Werke versteigert werden sollen und blicken auf die zweifelhafte Macht einiger Kunstmäzene.

Galerierundgänge, umstrittene Warhol Auktion und Kunstmäzene

Das Sommerloch, insofern es überhaupt eines gab, hat auch der Kunstmarkt überstanden. Das Programm an Ausstellungen, Vernissagen, Galerierundgängen und Kunstmessen in den kommenden Tagen und Wochen ist eigentlich kaum zu schaffen. In Berlin starten nächste Woche gleich vier Kunstmessen und die Berlin Art Week. Wer nicht so lange warten möchte, kann schon am kommenden Wochenende in die Kunstwelt abtauchen.

DC Open im Rheinland

Das es die Städte Köln und Düsseldorf tatsächlich fertigbringen gemeinsame Sache zu machen, ist selten. Mit den Galerierundgängen der DC Open hat man dieses Wochenende die Möglichkeit sich davon zu überzeugen. Zahlreiche Galerien aus Köln und Düsseldorf haben ihren Saisonstart in den Herbst auf das DC-Open-Weekend gelegt und präsentieren ihre neuen Werke. Eine Übersicht über das komplette Programm kann man sich auf der Website dc-open.de verschaffen.
Und wer schon im Rheinland unterwegs ist, sollte auch einen Abstecher zu den verschiedenen Ausstellungen der Internationalen Photoszene Köln machen.
- Galerien in Köln
- Galerien in Düsseldorf

Andy-Warhol-Stiftung veräußert kompletten Bestand

Der Aufschrei in der Kunstwelt war groß in den letzten Tagen, als die New Yorker Andy-Warhol-Stiftung verkündete ihre komplette Sammlung abzugeben. Ein kleiner Teil der Warhol-Werke soll an verschiedene Museen gehen. Doch der Großteil wird dem Kunstmarkt zugeführt. Federführend wird hier das Auktionshaus Christie's sein. Die Anzahl der Werke die versteigert wird, dürfte fünfstellig sein. Allerdings ist es vertraglich geregelt, das die Werke nur über mehrere Jahre hinweg versteigert werden dürfen. Den Wert der Warhol-Sammlung schätzen Experten auf bis zu 100 Millionen Dollar. Die Stiftung will die Erlöse in die Förderung von Künstlern stecken.
- Andy Warhol

Die Macht der Kunstmäzene

Das Kunstmäzene nicht immer ein Segen für ein Museum oder eine ganze Stadt sein müssen, zeigen gleich zwei aktuelle Beispiele. So wird in Braunschweig nach nur 6 Jahren die Kunstsammlung Bönsch vom gleichnamigen Sammlerehepaar zurückgezogen. Die Sammlung umfasst rund 7000 Grafiken und Gemälde von so namhaften Künstlern wie Max Liebermann, Louis Corinth, Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz oder Wassili Kandinsky. Das Sammlerehepaar kritisierte die mangelnde Präsenz ihrer Werke im Museum. Dabei gab es bis Ende 2010 gleich 8 Ausstellungen und sogar eine Max Liebermann Einzelausstellung. Danach wurde das Museum aufgrund eines Umbaus vorübergehend geschlossen, dem Sammlerehepaar allerdings Alternativen angeboten.

Diese wurden vom Kunstmäzen Bönsch allerdings nicht akzeptiert. Nun wird die Sammlung abgezogen und erst einmal in Köln eingelagert. Präsenter wird diese dort allerdings auch nicht.

Kunstsammlung Pietzsch und der Ärger um die Gemäldegalerie

Der zweite aktuelle Fall beschäftigt gleich die ganze Republik. Es geht um die Sammlung Pietzsch und den damit verbundenen Umzug der Gemäldegalerie um Platz für ein Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts zu schaffen. Wohin also mit den Alten Meistern und der Skulpturensammlung. Der Plan die Werke in das Bode-Museum zu integrieren, ist unzureichend, da dafür eigentlich kein Platz vorhanden ist. Das Klima rund um das Thema "Gemäldegalerie und Sammlung Pietzsch" wird zunehmend gereizter. Im Monopol-Interview äußerte sich Heiner Pietzsch wie folgt: "Entscheidet Euch oder lasst die Finger davon."

Die Sammlung Pietzsch mit Werken von Künstlern wie Salvador Dalí, Max Ernst, René Magritte, Jackson Pollock oder Mark Rothko ist ohne Zweifel eine der bedeutendsten im Lande und würde in einem Museum Kunst des 20. Jahrhunderts ohnehin nur einen Bruchteil ausmachen. Jetzt sind die Verantwortlichen aus Kultur und Politik gefragt um eine schnelle Lösung zu finden, die aber auch sinnvolle Lösungen für die Werke der bisherigen Gemäldegalerie bietet. Sonst könnte eine weitere schon sicher geglaubte Schenkung einer Kunstsammlung abwandern.

Aus Frust über die deutsche Museumspolitik hatte kürzlich der Galerist und Kunsthändler Michael Werner zahlreiche Werke seiner eigenen Sammlung an das Pariser Musée d"Art Moderne verschenkt. In Deutschland fand er anscheinend keinen passenden Interessenten.

Links zu den Themen:
- FAZ: Umzug der Gemäldegalerie - Lasst diese Fülle nicht verkümmern
- Monopol: Sammlerpaar Pietzsch "Unsere Kinder sollen nicht in den Keller"
- DC Open Webseite
- Ausstellungen in Düsseldorf
- Ausstellungen in Köln

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