erste Farbfotografien - 1914 und die Welt in Farbe
Das Rheinische Landesmuseum in Bonn wendet sich mit seiner Ausstellung "1914 und die Welt" der Farbfotografie vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Ausstellung ist Auftakt einer ganzen Veranstaltungsreihe zum Jahrestag "Ausbruch 1.Weltkrieg", welcher sich im kommenden Jahr zum 100.Mal jährt.

Ausstellung mit Autochromen aus der Sammlung Albert Kahn

Über 200 Farbfotografien vom Anfang des letzten Jahrhunderts sowie handkolorierte Stereo-Bildserien zeigt Bonner Museum in der Ausstellung. Einen Großteil der Arbeiten stammen aus dem „Archives de la planète“ ("Die Archive des Planeten"), die der französische Bankier Albert Kahn von 1908 bis 1928 aufgebaut hatte. Über 70.000 Aufnahmen von verschiedenen Völkern, Bauten, Landschaften und Lebensweisen der Menschen umfasste die Sammlung von Albert Kahn. Der Bankier beauftragte dazu verschiedene Fotografen, die verschiedenste Kontinente bereisten und so ein Panoptikum der Welt einfingen.

Albert Kahn Vietnam
Vietnam. Tonkin, Leon Busy, 1914, Musée Albert-Kahn, Frankreich

Der Grund für dieses außergewöhnliche Fotoprojekt war kein geringerer als die Verhinderung kriegerischer Auseinandersetzungen. Denn durch das Kommunizieren und Verstehen fremder Kulturen erhoffte sich Albert Kahn mehr Verständnis untereinander. Heute müsste man ihm wohl posthum den Friedensnobelpreis verleihen.

Zu sehen ist in der Ausstellung zwar nur ein kleiner Ausschnitt einer riesigen Sammlung, doch lassen die gezeigten Farbfotografien vom Anfang des letzten Jahrhunderts die Absicht des von Albert Kahn initiierten „Archives de la planète“ erahnen.

frühe Autochrome

Der 3. März 1860 in Marmoutier geborene und ab 1892 Teilhaber Bankhaus Goudchaux in Paris, galt als einer der reichsten Männer Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als er ab 1908 mit der Sammlung „Archives de la planète“ ("Die Archive des Planeten") begann, konnte er noch nicht ahnen das jenes Foto- und Filmprojekt noch weit mehr erreichte als das es die eigenen Absichten waren. Denn heute gilt die Kahn-Fotosammlung als wichtiges Zeugnis längst untergegangener Kulturen in Europa, Afrika, Amerika und Asien die mithilfe der Fotografie dokumentiert wurden. Zunutze machte er sich eine Technik die 1908 gerade erst fünf Jahre alt war. Mit dem sogenannten Autochrom, entwickelt durch die Brüder Lumière, war es möglich die Welt in Farbe darzustellen.
Ausstellung "1914 und die Welt"
LVR-LandesMuseum Bonn
vom 24.9.2013 bis 23.3.2014

Literatur und Bücher zu Albert Kahn und früher Farbfotografie
Die BBC veröffentlichte in einer Serie im Jahr 2008 das Buch "Die wunderbare Welt des Albert Kahn". Zur jetzigen Ausstellung in Bonn erschien "1914 – Welt in Farbe (Farbfotografie vor dem Krieg)" im Hatje Cantz Verlag. Das Buch zeigt rund 100 Abbildungen zur Ausstellung.

Katalog 1914 und die Welt1914 - Welt in Farbe. Farbfotografie vor dem Krieg
Hatje Cantz Verlag
LVR-LandesMuseum Bonn
mit rund 100 Abbildungen
The Wonderful World of Albert KahnThe Wonderful World of Albert Kahn
BBC
von 2008
rund 330 Seiten

Albert Kahn Irland
Irland, Galway, Marguerite Mespoulet, 26. Mai 1913, Musée Albert-Kahn, Frankreich
Foto oben-rechts:Mongolei, Ulaanbaatar. Der Finanzminister des unabhaengigen Staats Mongolei auf dem Marktplatz, Stéphane Passet, 22. Juli 1913, Musée Albert-Kahn, Frankreich

Links zum Thema:
- Museum Albert-Kahn
- The Wonderful World of Albert Kahn (Webseite zum Projekt der BBC)

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