Ausstellung: Ai Weiwei im Gropius Bau - alle Infos
Die heute beginnende Ausstellung "Ai Weiwei – Evidence" im Martin Gropius Bau in Berlin, ist die bisher größte Werkschau des chinesischen Künstlers. Alle Daten und Fakten zu Öffnungszeiten, Katalog sowie Videos und Bilder finden Sie im folgenden Artikel.

Evidence - der Beweis von Ai Weiwei in Berlin

Ai Weiwei – Evidence Ausstellung
Foto: Ai Weiwei, 2012, © Gao Yuan
Der beliebteste chinesische Künstler des Westens zeigt ab heute seine "Beweisstücke" im Berliner Martin Gropius Bau. Die Zelle in der Ai Weiwei 81 Tage in Isolationshaft verbrachte, ließ er aus seinen Erinnerungen nachbauen. Wie sein Leben in diesen Tagen aussah, kann man in seinem Film "Dumbass" sehen. Ai Weiwei veröffentlichte diesen im Internet - pure Provokation? Seinen Pass hat der Künstler seit seiner Verhaftung immer noch nicht zurück. Welches auch der Grund ist, warum Ai Weiwei zur Ausstellungseröffnung nicht nach Berlin kommen kann.

Evidence Film

Ein ARTE-Team hat die Vorbereitungen zur Ausstellung "Ai Weiwei – Evidence" filmisch festgehalten. Dokumentiert wird der Besuch und die ersten Kontakte mit Gereon Sievernich, dem Direktor des Berliner Gropius-Baus. Darüberhinaus bekommt man einen Eindruck, wie Ai Weiwei sein Leben unter ständiger Beobachtung führt.

Sein Leben steht auch weiterhin unter ständiger Beobachtung. Sein Telefon wird abgehört, ständig werden er, seine Familie und Mitarbeiter überwacht, heimlich gefilmt und fotografiert. Es ist schon seltsam, das China seinen "künstlerischen Staatsfeind Nr.1" nicht reisen lassen, aber seine Kunst ja. Im Juli 2011, noch in seiner Haftzeit, richtete man für Ai Weiwei eine Gastprofessur an der Universität der Künste ein. Unweit vom Studio seines Freundes und Künstlerkollegen Olafur Elíasson, kaufte und richtete er ein eignes Atelier ein.

Evidence - Martin Gropius Bau & 6000 Holzhocker aus China

Die Ausstellung im Martin Gropius Bau in Berlin zeigt auf 3000 qm auf 18 Räumen verteilt, verschiedene Werke und Installationen des Künstlers. Im großen zentralen Lichthof zeigt Ai Weiwei die Installation "Stools" mit 6.000 in nordchinesischen Dörfern gesammelten Holzschemel. Die Holzhocker stammen aus der Ming- und der Qing-Dynastie sowie aus der Zeit der Republik China. Ai Weiwei ließ sie über Monate durch Händler aufkaufen. Die Installation "Diaoyu Islands" war die sensibelste Arbeit die der Künstler von China aus nach Deutschland verschiffen lies. Die Arbeit zeigt in verkleinertem Maßstab die Diaoyu-Inseln, ein kleines Archipel im Ostchinesischen Meer. Die aus Marmor gefertigten Skulpturen stehen für den erbitterten und noch nicht beigelegten Territorialstreit zwischen China und Japan.

Ai Weiwei – Circle of Animals
Foto: Circle of Animals, 2011, Bronze mit Gold-Plating, 12 Statuen, © Ai Weiwei. Foto © Mathias Völzke

Circle of Animals & Diaoyu Islands

Ein weiterer Höhepunkt neben der Fahrradinstallation "Very Yao", sind die 12 Statuen aus Bronze und Gold-Platin. Die Zodiac-Skulpturen beziehen sich auf jene Bronzefiguren, die Mitte des 18. Jahrhunderts im kaiserlichen Garten Yuan Ming Yuan von europäischen Künstlern errichtet wurden. Im Jahr 1860 plünderten englische und französische Truppen den Garten und legten Feuer. Die Skulpturen stehen für die chinesischen Tierkreiszeichen. Zwei der Skulpturen tauchten bei einer Versteigerung der Kunstsammlung von Yves Saint Laurent und Pierre Berge 2011 bei Christie's auf. Die chinesische Regierung versuchte die Auktion zu stoppen und verlangte die Herausgabe der beiden Bronzefiguren. Das klappte zwar nicht, aber über einen politisch diplomatischen Umweg kam China dann doch zu seinen Figuren. Für mehr als 14 Millionen Euro pro Stück ersteigerte der französische Milliardär François Pinault die Werke. Vor Kurzem wurden dann die beiden Bronzefiguren an die chinesische Regierung zurückgegeben.

Katalog Ai Weiwei - Evidence

Im Prestel Verlag erschien der gleichnamige Katalog zur Ai Weiwei Ausstellung in Berlin. Der Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Ai Weiwei, Thomas Eller, Wulf Herzogenrath, Uta Rahman-Steinert und Klaas Ruitenbeek umfasst 240 Seiten mit 200 Farbabbildungen.

"Ai Weiwei – Evidence"
3. April bis 7. Juli 2014
Öffnungszeiten
Mi bis Mo 10:00–19:00
Di geschlossen
Ab 20. Mai: Täglich 10:00–20:00
Eintrittskarten und Tickets
Einzelticket € 11 / ermäßigt € 8
Gruppen (ab 5 Personen) p. P. € 8
Eintritt frei bis 16 Jahre

Links zum Thema:
- Die Webseite des Künstlers
- Twitter-Account von Ai Weiwei
- Instagram-Account
- Facebook-Account von Ai Weiwei

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