Steht Artnet kurz vor einer feindlichen Übernahme
Beim Kunst-Informationsanbieter Artnet überschlagen sich gerade die Ereignisse. Gestern wurde bekannt das der Gründer Hans Neuendorf als Vorstandsvorsitzender abtritt und dafür sein Sohn Jacob Pabst den Posten als neuer CEO einnimmt.

Hans Neuendorf geht und Artnet Magazin wird eingestellt

Heute wurde nun bekanntgegeben, dass es in Zukunft kein "Artnet-Magazin" mehr geben wird. Nach vielen Jahren wird die Rubrik, die bisher in englischer, deutscher und französischer Sprache erschien, geschlossen. Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg berichtet, dürfte die Schließung des Magazins und der Rücktritt von Hans Neuendorf auf Druck der neuen großen Aktionäre Vladimir Evtushenkov (Redline Capital Management SA) sowie Rüdiger K. Weng (Weng Fine Art AG, Krefeld) geschehen sein. Zur neuen Aktionärsstruktur hatten wir vor Kurzem bereits hier berichtet.

UPDATE: Wie jetzt bekannt wurde, wird auch die Niederlassung in der französischen Hauptstadt Paris geschlossen.

Das Artnet-Magazin scheint zu den Verlustbringern in der Produktpalette gehört zu haben. Wie Bloomberg weiter berichtet wird alleine durch die Schließung des Kunstmagazins eine Ergebnissteigerung im Jahr 2013 von rund 2 Millionen Euro erwartet.

Anzeichen einer Artnet-Übernahme mehren sich

Ob der neue Artnet-CEO, Jacob Pabst, den neuen Großaktionären wirklich standhalten kann ist mehr als fraglich, wenn man die Aussagen der Redline Capital Management SA Weng Fine Art AG liest. Bei redline heißt es, die momentan 9,07 Prozent der Artnet-Aktie halten:
"Bei Artnet Finanzierungen nötig. Das Unternehmen blutet. Wenn sie Unterstützung brauchen, können wir es."
Bei der Weng Fine Art AG, immerhin im Besitz von 4,03 Prozent der Artnet-Aktien, heißt es da schon deutlicher:
"Artnet ist ein gutes Produkt" und weiter "Es ist nur ein schlecht geführtes Unternehmen. Wir üben Druck auf sie aus. ... Das Unternehmen braucht ein professionelles Management."

Artnet Aktien
Artnet Aktienkurs stieg in den letzten Wochen zweistellig

Ob es wirklich zu einer feindlichen Übernahme kommen wird, könnte sich bereits am 11. Juli 2012 entscheiden. Dann ist die nächste Hauptversammlung und es wird sich zeigen, ob man sich einigen kann und will oder ob ganz neue Zeiten und Wege für Artnet bevorstehen.

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