Das C/O Berlin und das drohende Aus der Fotogalerie
Wie es im kommenden Jahr mit dem C/O Berlin weitergeht, kann im Moment keiner sagen. Gründe, warum es um die Zukunft des etablierten Fotografie-Ausstellungshauses so düster aussieht, gibt es gleich mehrere.

Monbijoupark + C/O Berlin stehen auf der Kippe

In Sachen Fotokunst hatte sich das C/O Berlin in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet, der weit über die Ländergrenzen hinaus geht. Die Ausstellungen im Postfuhramt in der Oranienburger-Straße waren und sind Publikumsmagnete. Doch das könnte nun bald Geschichte sein.
Der bisherige Besitzer des Postfuhramtes, eine israelische Investorengruppe, hatte zwar noch einmal einen Aufschub gewährt und den Mietvertrag geändert. Doch jetzt wurde bekannt (Tagesspiegel) das die Immobilie an einen Berliner Investor verkauft wurde.

Den Verantwortlichen war schon in den letzten Jahren klar, dass die Zukunft des C/O nicht im Postfuhramt liegen würde. Also machte man sich auf die Suche nach einem neuen Objekt und fand nicht weit weg von der jetzigen Adresse, in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule ein interessantes Objekt. Doch die Immobilie weckte auch Begehrlichkeiten bei Anderen. Letztendlich hielt man das Konzept vom Galeristen Michael Fuchs für besser. Heute residieren in der Mädchenschule Galerien-Ableger u.a. von Camera Work sowie Eigen+Art.

Nach dieser Schlappe war dringend Handlungsbedarf nötig. Mit der Stadt, allen voran Klaus Wowereit, fand man ein vielversprechendes Ausweichquartier im Monbijoupark. Die leerstehenden Ateliers der Kunsthochschule Weißensee schienen ideal zu sein.
Im September des vergangenen Jahres wurde dann medienwirksam der Schlüssel für das Objekt übberreicht. Für die Betriebskosten und kleinere bauliche Maßnahmen durfte das C/O Berlin schon mal aufkommen.

Doch um die Räume im Monbijoupark wirklich nutzen zu können, bedarf es einer Änderung des Bebauungsplanes. Denn die Fläche ist bis heute als Grünfläche deklariert. Es müsste also ein komplett neuer Nutzungsplan für den Park her.
Doch dieser Prozess würde wohl länger als ein Jahr dauern. Und der Mietvertrag für das C/O Berlin im Postfuhramt läuft im Dezember aus. Die Kulturstadträtin Sabine Weißler äußerte sich dem Berliner Tagesspiegel gegenüber wie folgt:
"... dass die Ateliers ohnehin nur als Notunterkunft infrage kämen, das wüssten alle Beteiligten seit Februar. Schon die Nutzung für die senatsgeförderte Ausstellung „Based in Berlin“ im Sommer 2011 sei illegal gewesen."

Wie sieht die Zukunft des C/O Berlin aus?
Da es absehbar ist, das es mit den Räumlichkeiten im Monbijoupark nicht klappt, steht das C/O Berlin, Stand Heute, quasi vor dem Aus. Ob man mit dem neuen Investor des Postfuhramtes eine Verlängerung des Mietvertrages aushandeln kann oder vielleicht noch mehr, ist völlig offen. Genauso wie alle Spekulationen, die es schon gab wie etwa eine temporäre Halle am Berliner Zoo.
- Artikel im Tagesspiegel

Aktuelle Ausstellungen im C/O Berlin

Noch bis zum 9. September 2012 kann man die beeindruckenden Fotografien von Edward Burtynsky in der Ausstellung "Oil" sehen.
Seit dem 18.August 2012 blickt man im C/O auf 100 Jahre Modefotografie zurück und zeigt Aufnahmen u.a. von Edward Steichen, George Hoyningen-Huene, Erwin Blumenfeld, Irving Penn, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Mario Testino, Tim Walker, Cecil Beaton, Man Ray, Diane Arbus, Horst P. Horst, William Klein, Sarah Moon, Albert Watson, Herb Ritts und Bruce Weber zu sehen.
- noch bis zum bis 28. Oktober 2012

100 Jahre Modefotografie C/O Berlin
Plakat zur Ausstellung 100 Jahre Modefotografie im C/O Berlin

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