Warum muss Auctionata Gründer Alexander Zacke gehen?
Erst im September gab Auctionata-Gründer Alexander Zacke seinen CEO-Posten ab. Nun verlässt er komplett das Management des Online Auktionshauses.

Umbruch bei Auctionata | Paddle8

Was ist los bei Auctionata? Das Online Auktionshaus erlebt ein turbulentes Jahr. Erst im Mai fusionierte man überraschend mit Paddle8. Sogar vom Börsengang war die Rede. Nur ein selbst in Auftrag gegebener Report vom Wirtschaftsprüfer KPMG durchkreuzte die Pläne. Durch die Fusion katapultierten sich Auctionata | Paddle8 gemeinsam in die Liga der umsatzstärksten Auktionshäuser (125 Mio. Euro bzw. 141 Mio. US-Dollar) weltweit.

Im September dann eine weitere Überraschung. Der bisheriger CEO und Gründer von Auctionata, Alexander Zacke, musste eben diesen Posten abgeben. Wohl auf Druck der Investoren (13 insgesamt). Denn diese hatten in bisher 4 Finanzierungsrunden rund 78 Mio. Euro (88 Mio. US-Dollar) in Auctionata und 39 Mio. Euro (44 Mio. US-Dollar) in Paddle8 gesteckt. Als neuer CEO wurde Dr. Thomas Hesse angeworben. Der neue Finanzchef Lucas Hülsmann machte den Management-Neustart dann komplett.

Alexander Zacke wurde ab September dann Chief Marketplace Officer. Doch damit ist nun auch Schluss! Alexander und Susanne Zacke, die ebenfalls ihren Chief Sales Officer (CSO) abgibt, werden bis zum Jahresende ihre Aufgaben übergeben. Von Auctionata's Seite heißt es, das Alexander Zacke und Frau in beratender Rolle dem Unternehmen verbunden bleiben. Zudem werden die beiden das Auktionshaus weiterhin bei der Akquise von Kunstobjekten unterstützen.

Kaum vorzustellen das dies alles so reibungslos und harmonisch abgelaufen ist, wie es Auctionata und die Beteiligten formulieren. Wieso musste Alexander Zacke also wirklich gehen? Waren es die Ungereimtheiten, die der KPMG-Bericht enthielt? Die Zacke's sollen zwischen 2013 und 2014 fast 600 Objekte mit mehr als 500.000 Euro Schätzwert selbst zur Versteigerung eingeliefert haben. Oder waren es die Vorwürfe an das damalige Management, die "vergleichsweise frei und ohne maßgebliche Kontrolle" agieren konnten (Quelle: Wirtschaftswoche).

Auctionata mit massiven Problemen im operativen Geschäft

Laut wiwo.de, soll das Start-up Auctionata massive Probleme im operativen Geschäft der klassischen Auktionen haben. Rund 76 Prozent der Umsätze machte das online Auktionshaus mit diesem Verkaufskanal im letzten Jahr. Nach eigenen Auswertungen von WiWo, wurden von den 30.000 Lots die in Auktionen von Januar bis August 2016 angebotenen wurden, offenbar weniger als 30 Prozent direkt versteigert. Zwar wandern die meisten nicht versteigerten Lots in den eigenen Online-Shop, doch dieser Verkaufskanal erreichte im vergangenen Jahr ja lediglich einen Anteil von 20 - 25 Prozent. Kategorien übergreifend verkaufte Auctionata im letzten Jahr rund 16.000 Objekte.

Umwälzungen im Eiltempo. Diese sind aber auch nötig. Bisher ist immer noch unklar, wie es nach der Fusion der beiden Unternehmen Auctionata und Paddle8 weitergeht. Wird es in der Zukunft einen gemeinsamen Markenauftritt geben? Wie sieht die zukünftige Strategie aus? Der neue CEO, Dr. Thomas Hesse sprach in ersten wagen Plänen von einem kuratierten Live-Video-Sender und globalen Marktplatz für Kunst und Luxusgüter.

Und was wird Alexander Zacke, der Auctionata 2012 zusammen mit seiner Frau Susanne Zacke und Georg Untersalmberger gründet hat, in Zukunft machen? Immerhin gibt es zum Abschluss eine Party!

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Helle Mueller

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