Teekanne von Marianne Brandt erzielt 327.600 EUR
Ein zeitloses Tee-Extraktionskännchen von Marianne Brandt wurde für über 327.000 EUR versteigert.

Bauhaus Design aus der Metallwerkstatt

Das Tee-Extraktionskännchen MT 49 / ME8 von Marianne Brandt ist ein herausragendes Beispiel für das Bauhaus-Design der frühen 20er Jahre. Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse, ein ikonisches Stück, das die Essenz des Bauhaus-Designs verkörpert. Beim Kölner Auktionshaus Lempertz wurde nun ein wiederentdecktes Exemplar für 260.000 Euro (inkl. Aufgeld 327.600 Euro) versteigert.

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Bisher waren nur acht Exemplare der in Handarbeit entstandenen Teekanne von Marianne Brandt bekannt. Das jetzt aufgetauchte und in Köln versteigerte Exemplar hatte die Bauhaus Künstlerin in den 1970er Jahren einer Freundin aus Chemnitz geschenkt. Deren Familie lieferte es nun zur Auktion ein.

Die Bedeutung von Marianne Brandts Arbeit wird auch durch die Preise unterstrichen, die bei Auktionen für ihre Werke erzielt werden. Ihre Arbeiten, darunter auch das Tee-Extraktionskännchen, haben in den letzten Jahren auf dem Kunstmarkt erhebliche Summen erzielt. Der Käufer der gestern bei Lempertz versteigerten Brandt-Tee-Kanne ist das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.

Die teuersten Werke von Marianne Brandt

Die Teekanne von Marianne Brandt ist das teuerste Werk der Bauhaus Künstlerin. Im November 1996 wurde ebenfalls beim Kölner Auktionshaus Lempertz ein Exemplar für 270.000 DM (341.000 DM inkl. Aufgeld) versteigert. 2007 kam bei Sotheby's eine Brandt-Teekanne für 361.000 Dollar unter den Hammer.

Marianne Brandt, eine herausragende Designerin, Fotografin und Bildhauerin, war eine wichtige Figur am Bauhaus. Ihre Arbeit reflektierte die Prinzipien des Bauhauses: Funktionalität, Einfachheit und die Verwendung industrieller Materialien. Das Tee-Extraktionskännchen, das sie im Jahr 1924 entwarf, ist ein perfektes Beispiel für ihre innovative Herangehensweise an Design.

Das Tee-Kännchen besticht durch seine klare, geometrische Form. Mit einem zylindrischen Körper, einem konischen Ausguss und einem flachen Deckel ist es nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch äußerst funktional. Es wurde speziell für die Zubereitung von Tee entworfen und ermöglicht ein einfaches Ausgießen ohne Tropfen.

Die Arbeit von Marianne Brandt am Bauhaus hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die Designwelt. Ihr Tee-Extraktionskännchen gilt als eines der bekanntesten Produkte des Bauhaus-Designs. Es ist ein Symbol für die Synthese von Kunst und Handwerk, die am Bauhaus gefördert wurde.

Nicht nur ihre Designs, sondern auch ihre Persönlichkeit und ihr Beitrag zum Bauhaus sind bemerkenswert. Brandt war eine der wenigen Frauen, die am Bauhaus studierten und arbeiteten. Trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert war, etablierte sie sich als eine der führenden Designerinnen ihrer Zeit und inspirierte viele nachfolgende Generationen von Künstlern und Designern.

Foto-oben: Marianne Brandt (1893–1983), Teeextraktkännchen „MT 49 / ME 8“, Neusilber, ebonisierte Holzscheibe als Griff, Holzknauf, Bauhaus Weimar, 1924, 8 x 15,8 x 10 cm. © Lempertz, Köln

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