Prozess - Kunsthändler Wildenstein droht Haft und 550 Millionen Euro Nachzahlung
Guy Wildenstein steht in Frankreich wegen vermutlicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche vor Gericht. Der französische Fiskus verlangt eine Nachzahlung in Rekordhöhe.

Kunsthändler Dynastie Wildenstein vor dem Aus?

Sie waren eine Kunsthändler-Dynastie. Der Name Wildenstein war über Jahrzehnte, ja fast über ein ganzes Jahrhundert eine Macht im internationalen Kunsthandel und Kunstmarkt. Kunstzeitschriften wie "Gazette des Beaux-Arts", das berühmte Wildenstein-Institut, die Galerie Wildenstein & Company mit Filialen in Paris, London und New York gehörten zum reich der Familiendynastie. Zwischenzeitlich gab es noch einen Zusammenschluss mit der Pace Gallery, die dann aber 2010 wieder beendet wurde.

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Dieser kleine Ausschnitt verdeutlicht schon, in welcher Liga die Wildensteins im internationalen Kunsthandel spielten. Nämlich ganz oben! Den Grundstein für das Wildenstein-Imperium legte Nathan Wildenstein (1851–1934). Sein Sohn Georges Wildenstein (1892 - 1963) übernahm nach dem Tod des Vaters die Geschicke der Wildenstein & Company.

Nächster in der Riege der Familie war dann Daniel Wildenstein (1917 - 2001), Sohn von Georges Wildenstein. Dieser lenkte nach der Flucht aus Frankreich, nun die Kunsthandelsgeschäfte seines Vaters (Wildenstein & Company) in New York. Alec und Guy Wildenstein übernahmen dann, aber nicht lange. Im Februar 2008 verstarb im Alter von 68 Jahren Alec Wildenstein.

Der Fokus richtete sich nun auf das Erbe der Familiendynastie. Was folgte waren Geschichten mit Scheidungsdramen, verschwundenen Kunstwerken, Raubkunst, betrogenen Ex-Frauen sowie vermutete Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Das renommierten Wildenstein Institute in Paris wurde durchsucht und, und, und.

Die Negativschlagzeilen reisten nicht ab. Nun stehen neben Guy Wildenstein, auch sein Neffe Alec Junior und die Witwe seines verstorbenen älteren Bruders Alec, Ljuba Stoupakova. Zudem wurde noch ein Notar, zwei Anwälte und zwei Fondsverwaltungs-Firmen angeklagt. Guy Wildenstein drohen bis zu 10 Jahre Haft. Der französische Fiskus fordert zusätzlich noch eine Rückzahlung von 550 Millionen Euro.

Doch ein mögliches Ende der Wildenstein-Dynastie droht nicht nur aus Frankreich, sondern auch den USA. Denn auch die dortigen Behörden ermitteln mittlerweile gegen die Beteiligten.

Foto: Wildenstein Institut Paris, Maison construite par Charles De Wailly pour lui-même, 57 rue La Boétie, Paris. Justelipse

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