ArtList - Kunst Start-up schließt nach nur 18 Monaten
ArtList startete hoffnungsvoll im Januar 2015 als vielversprechendes Start-up im Kunstmarkt. Nach nur 1,5 Jahren ist nun Schluss.

Online-Kunstmarkt - Start-up muss schließen

Die 3 Gründer Astrid de Maismont, Maxime Germain und Kenneth Schlenker hatten sich die Entwicklung von ArtList sicherlich anders vorgestellt. Angetreten ist ArtList als Online - Plattform für den Verkauf von Kunst im Sekundärmarkt. Angepriesen wurde, dass alles anonym ablaufen würde. Man startete mit 50 Sammlern die ca. 300 Werke zum Verkauf anboten.

Das waren in der Anfangszeit hauptsächlich Prints und Editionen und ein paar Originale. Das Preisgefüge lag hauptsächlich im vierstelligen Bereich, vereinzelt bis zu 50.000 Dollar. Und ArtList wuchs, zuletzt auf rund 9.000 Nutzer. Auch hochpreisige Kunstwerke wurden jetzt angeboten. So zum Beispiel eine Arbeit von Marlene Dumas für $ 1.000.000 und ein abstraktes Werk von Gerhard Richter für $ 5.000.000.

ArtList verdiente Geld, wenn man ein Werk erfolgreich vermitteln konnte, also eine Provision. Wie Artnet-News jetzt recherchierte, stand ein Verkauf des Start-ups während der Art Basel Woche kurz vor dem Abschluss. Doch der Deal platzte.

Warum musste ArtList schließen?

Den einen Grund gibt es wohl nicht. Mehrere Faktoren sorgten dafür, dass dem Start-up am Ende die Luft ausging. Neben der Tatsache, dass die Umsätze im Kunstmarkt seit geraumer Zeit zurückgehen, es also eine Konsolidierung gibt, dürften folgende Umstände für dass ArtList-Aus verantwortlich sein.

1. Kein Investorenkapital angenommen Im Vergleich zur Konkurrenz wie Artsy, Paddle8 (fusinierte gerade mit Auctionata) oder auch Artspace verzichtete ArtList komplett auf Investorengelder. Man setzte eher auf kleine Medienpartnerschaften wie mit dem Newsdienst "Art Market Monitor".

2. Kosten & Profitabilität Bei ArtList unterschätzte man scheinbar verschiedene Kostenpunkte, wie etwa Anwaltskosten die bei Verhandlungen erforderlich waren. Die Bekanntheit von ArtList hätte nach Ansicht der Gründer wesentlich erhöht werden müssen. Auch hätte man wesentlich mehr Zeit einplanen müssen, um profitabel zu werden. Vielleicht hätten hier ja doch Investorengelder geholfen, um einen längeren Atem zu haben.

3. Effizienz Man ist bei ArtList scheinbar davon ausgegangen, dass die Vermittlung also der Verkauf von Kunstwerken über ihre Plattform wesentlich schneller vonstattenginge. Satt 1,5 Monate brauchte man für den Abschluss eines Geschäfts mindestens 4 Monate.

Fazit zum Ende von ArtList

Momentan wird zwar überall vom Boom im Online Kunstmarkt gesprochen, aber der harte Alltag sieht schon ein wenig anders aus. Wir halten das Geschäftsmodell von ArtList nach wie vor für sehr interessant. Denn wenn man sich allein das akquirierte Inventar anschaut, immerhin ein Wert von über $ 100 Millionen an Kunstwerken, scheint es da ein Interesse am Markt zu geben. Vielleicht ist die Geschichte von ArtList aber auch eine Typische wie für so viele Start-ups. Schade eigentlich.

Links zum Thema:
- ArtList, Startup for the Art World, Closes Shop Just as It Was Gearing Up (Artnet News)
- Blog von ArtList (noch lesbar)
- ArtList auf Facebook + Instagram

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