Kunstmarkt 2016 - Umsatz deutscher Auktionshäuser im Überblick
Im deutschen Kunstmarkt gibt es bei den Auktionshäusern keinen klaren Marktführer. Wie das Auktionsjahr 2016 für die deutschen Versteigerer lief, lesen Sie hier.

Ergebnis deutscher Auktionshäuser 2016

International gesehen spielen die deutschen Auktionshäuser in einer ganz anderen Liga, als ihre übermächtigen Rivalen wie etwa Sotheby's, Christie's oder auch Phillips. Die Gründe, warum das so ist, sind vielzeitig. Selten werden in Deutschland Millionenzuschläge erzielt. Und wenn, sind es Werke der klassischen Moderne. Wichtige zeitgenössische Werke lassen Sammler lieber in London oder New York versteigern. Die oft zitierten Rahmenbedingungen seien in Deutschland halt ein Wettbewerbsnachteil, hört man immer wieder aus der Branche. Das neue Kulturgutschutzgesetz wird für den deutschen Kunsthandel, da ein weiterer "Bremsklotz" sein.

Auch wenn sich der Kunstmarkt 2016 eine Verschnaufpause gönnte, kein Werk knackte die magische 100 Millionen Grenze, konnten deutsche Auktionshäuser beachtliche Ergebnisse erzielen. So erzielte etwa das Auktionshaus Grisebach in nur vier Tagen rund 34 Millionen Euro Umsatz. Das beste Auktionsergebnis in der 30-jährigen Firmengeschichte. In jener Jubiläumsauktion wurden dann auch die höchsten Auktionspreise in diesem Jahr deutschlandweit erzielt. Lyonel Feiningers "Gelbe Gasse" (1932) fand für 3,2 Millionen Euro einen neuen Besitzer und Max Beckmanns "Stillleben mit brennender Kerze" konnte für fast 3 Mill. Euro versteigert werden. Insgesamt erzielte das Berliner Auktionshaus 2016 einen Gesamtumsatz von 55,6 Millionen Euro (2015: 53,6 Mio).

Lyonel Feininger gelbe Gasse
Lyonel Feininger, "Gelbe Gasse" (auch "Gasse I"), 1932, Öl auf Leinwand, 100 × 80 cm, Auktionshaus Grisebach

Nur beim Auktionshaus Lempertz lief es noch ein wenig besser. Die Kölner konnten Werke für insgesamt 58 Millionen Euro (2015: 55,5 Mio. Euro) versteigern. Das Spitzenlos bei Lempertz war Ernst Ludwig Kirchners "Mädchen in Südwester" (rund 1,6 Mio. Euro). Auf Millionenlose musste man bei Ketterer Kunst hingegen im Jahr 2016 verzichten. Die Münchner kamen auf ein Gesamtergebnis von rund 47 Millionen Euro.

Auch beim Kölner Auktionshaus Van Ham waren traditionell eher Werke der Klassischen Moderne und Nachkriegskunst gefragt. Das Auktionshaus kam auf einen Gesamtumsatz von rund 30 Millionen Euro. Nur vom noch frischen Onlineplayer Auctionata gibt es noch keine Zahlen. Im letzten Jahr konnte das Onlineauktionshaus 81 Mio. Euro erzielen. Wovon rund 76 % mit Auktionen erzielt wurden. Allerdings versteigert Auctionata nicht nur Kunst, sondern auch Uhren, Schmuck, Oldtimer, Wein und Design. Für Schlagzeilen sorgte das Unternehmen in diesem Jahr auch eher mit anderen Dingen. Zum einen mit der Fusion von Paddle8 und dem eigenem Unternehmen und der Umstrukturierung des Vorstandes.

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