Deutscher Pavillon in Venedig - 5 Künstler und die globalisierte Welt
Fünf Künstler werden den Deutschen Pavillon zur diesjährigen Biennale Venedig bespielen. Was ist von Jasmina Metwaly / Philip Rizk, Olaf Nicolai, Hito Steyerl und Tobias Zielony zu erwarten.

Biennale Venedig: der deutsche Beitrag

Eigentlich ist der Fotokurator Florian Ebner Chef der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang. Der für den Deutschen Pavillon verantwortliche Biennale-Kurator hat 5 Künstler für deutschen Auftritt ausgewählt. Man könnte schon bei der Auswahl der Künstler, das zentrale Thema der "globalisierten Welt" erahnen.

Arbeit - Migration - Revolte

Der große und voluminöse Deutsche Pavillon wird als imaginäre, verschwundene und virtuelle Fabrik genutzt, in der einzelne Arbeitsetagen eingezogen wurden. So stammen z.B. die Stahlträger der "Fabrik" aus dem Kanzlerbungalow, der 2014 auf der Architektur-Biennale in Venedig gezeigt wurde. Vom Dach (Olaf Nicolai) über Zwischenetagen, in das Erdgeschoss (Tobias Zielony) bis in den Untergrund soll die "Fabrik" funktionieren. Politik und die Analyse unserer heutigen Bilderwelt stehen im Zentrum der Ausstellung.

Künstler im Deutschen Pavillon

Olaf Nicolai wird auf dem Dach in einer eigens eingerichteten Werkstatt sieben Monate lang seine Protagonisten eine eigentümliche Arbeit nachgehen lassen. Wie wir heute nun wissen, lässt der Künstler dort Bumerangs fertigen. Von Hito Steyerl ist ihr Computerspiel "Factory of the Sun" zu sehen. Mit der Arbeit zeigt die Künstlerin, wie wir nur noch kleine politische Subjekte in einer großen, global und vernetzten Welt sind. Tobias Zielony widmet sich den Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kommen (Bootsflüchtlinge). Neben dramatischen Fotos wird Zielony auch die Betroffenen zu Wort kommen lassen und die Diskussionen in den Heimatländern der Flüchtlinge zeigen. Von Jasmina Metwaly und Philip Rizk filmisches Kammerspiel zu erwarten. In "Out on the Street" sind Kairoer Arbeiter und Arbeitslose zu sehen, die über die eigenen Erlebnisse anhand einer privatisierten und abgewickelten Fabrik erzählen.
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Jasmina Metwaly / Philip Rizk
- geboren 1982 in Warschau / geboren 1982 in Limassol, Zypern
- Leben und arbeiten in Kairo
- seit 2010 arbeiten Metwaly und Rizk regelmäßig zusammen

Olaf Nicolai
- geboren 1962 in Halle (Saale)
- lebt und arbeitet in Berlin
- seit 2011 Professor an der Akademie der Bildenden Künste München

Hito Steyerl
- geboren 1966 in München
- lebt und arbeitet in Berlin
- seit 2011 Professorin für Experimentellen Film und Video (Neue Medien) an der Universität der Künste Berlin

Tobias Zielony
- geboren 1973 in Wuppertal
- lebt und arbeitet in Berlin
- Fotograf

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