abc Berlin - Kunstmesse oder Ausstellungsformat ist nicht die Frage
Die Sinnfrage der abc (art berlin contemporary) schien für viele wichtiger zu sein, als die Veranstaltung selbst.

Fazit und Ausblick zur art berlin contemporary

Doch dabei ist es nicht wichtig ob die art berlin contemporary sich nun als Ausstellungsformat oder Kunstmesse versteht. Entscheidend ist vielmehr, kann der Kunstmarkt-Standort Berlin verlorengeganenen Boden wieder zurückgewinnen. Mit welchem Format und ob dazu eine gemeinsame Kunstwoche (Berlin Art Week) nötig ist, bei der man von einem Termin zum anderen hetzt, werden die Auswertungen der vergangenen Tage und die Zukunft zeigen.

Denn am Ende werden die teilnehmenden Galerien eine Abschlussrechnung aufmachen und schauen ob sich der Berlin-Auftritt auch finanziell gerechnet hat. Vielleicht stand ja die Bagger-Performance des Franzose Cyprien Gaillard am Schinkel-Pavillon als Sinnbild für den Aufbruch in Berlin und hoffentlich nicht für das Gegenteil.

Die abc erstreckte sich dieses Jahr über gleich drei Hallen am Gleisdreieck. Die gewählte Ausstellungsarchitektur gefiel durchweg und sorgte für durchaus kreative Interpretationen, wie etwa bei der Galerie Wentrup mit ihrem „Konzert der Türen“ (1995/2012) von Timm Ulrichs. Sicherlich auch nur möglich weil die teilnehmenden Galerien nicht die Quadratmeter pro "Messekoje" bezahlen mussten, sondern nach Künstler abgerechnet wurden. 3800 Euro sind hier pro künstlerische Position der abc gegenüber fällig.

Kunst kaufen auf der abc

Der ein oder andere Aussteller setzte dann auch sicherheitshalber auf visuelle Aufmerksamkeit. Bei der Galerie Arndt war die Wahlberlinerin Chiharu Shiota mit einer pyramidenartigen Arbeit vertreten. Am VW Campingbus von Christoph Keller der mit hochspiegelndem Blattaluminium belegt war (Esther Schipper) kam wohl keiner vorbei wie auch bei der Riesenleinwand von Corinne Wasmuht (Johann König).

Am Stand der Galerie Christophe Gaillard gab es Malerei hinter Milchglas vom Künstler Fabian Knecht mit einer leicht mystischen Aura für 6.000 bis 8.000 Euro zu kaufen. Die Fotogalerie Kicken hatte neue Arbeiten von Hans-Christian Schink dabei, die dieser nach der Tsunami Katastrophe in Japan anfertigte (3er Edition für 7.000 bis 12.000 Euro).

Zukunft der art berlin contemporary

Vielleicht hat man die wichtigste Entscheidung für die abc (art berlin contemporary) schon vor der Kunst-Verkaufsschau getroffen. Mit der Verpflichtung von Maike Cruse zur Direktorin der abc wird noch mehr Professionalität einkehren und vielleicht auch die eine oder andere internationale Großgalerie zur abc 2013 anreisen. Denn will man das zahlungskräftige internationale Sammlerpublikum für Berlin begeistern, braucht man auch die Bigplayer des Kunstmarktes mit ihren Künstlerstars. Dann lässt sich auch in Berlin wieder Kunst verkaufen und Aussagen wie von Gordon VeneKlasen der Berliner Zeitung gegenüber, gehören dann der Vergangenheit an:
„Wenn ich an Berlin denke, dann denke ich vor allem an Kosten.“

Nachtrag der Redaktion:
Trotz kurzer Orientierungsprobleme einiger Pressekollegen zur PK, liebe abc-Verantwortlichen, der Kaffee war trotzdem lecker.

abc Berlin 2012 Sofie Bird Müller
Installation View abc 2012 Sofie Bird Müller, Korridor, 2012, cloth, paint, steel, 300 x 300 x 10000 cm unique, Courtesy Sassa Trülzsch, Photo credit: Stefan Korte

abc Berlin 2012 Bless
Installation View abc 2012 BLESS, N°41 Workoutcomputer Horizontal, at Artist Space Bazaar, Photo credit: Stefan Korte

abc Berlin 2012 Kati Heck
Kati Heck, Multikultisause, 2011, 230 x 305 cm, oil on canvas, wooden cup holders, glass, beer, wine, Courtesy Tim Van Laere Gallery, Antwerp

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