Londoner Auktionen - Kunst im Wert von 150 Millionen Dollar
Zeitgenössische und moderne Kunst im Gegenwert von rund 150 Millionen Dollar werden in diesen Tagen in London versteigert. Sotheby's, Christies, Phillips de Pury und Co. hoffen auf gute Umsätze in finanzunsicheren Zeiten.

London Kunstmarkt der zeitgenössischen Kunst

Nach Aussagen und Schätzungen des Kunstversicherers Hiscox, stehen in dieser Woche Kunstwerke im Wert von rund 500 Millionen Dollar zum Verkauf. Rund 350 Millionen Dollar entfallen alleine auf die angebotenen Werke der heute offiziell eröffneten Frieze Art Fair. Erste Verkäufe wurden bereits gestern von der Preview der Londoner Kunstmesse vermeldet.
Finanzkrise und die ewige Euro-Diskussion verunsichern momentan auch den Kunstmarkt. Ob die Kunst als "Zweit- oder Ausgleichswährung" taugt, wird sich auch in den kommenden Tagen nicht beantwortet werden können. Allerdings ist ein Trend zu erkennen. Etablierte Werke von bereits am Markt erfolgreichen Künstlern werden marktfrischer Ware gegenüber bevorzugt.

London Kunstauktionen - Millionen werden versteigert
Phillips de Pury Auftakt Auktion mit zeitgenössischer Kunst

Das Auktionshaus Phillips de Pury war gestern Abend das erste der vier großen Auktionshäuser, welches die Sammler anzog. Beim sogenannten "Contemporary Art Evening Sale" standen 36 Werke zeitgenössischer Künstler zur Auswahl. Toplos des Abends war wie erwartet Jeff Koons Werk "Seal Walrus Trashcans" mit einem Auktionspreis von 2.113.250 britischen Pfund (Schätzpreis £2,000,000-3,000,000). Gespannt war man, wie sich der Markt des Hype-Künstlers der letzten Jahre, Damien Hirst, entwickeln würde. Erleichtert waren wohl alle Beteiligten, als man beide angebotenen Werke von Hirst ein Zuschlag verzeichnen konnte. "Observation – The Crown of Justice" fand für £780.450 einen neuen Besitzer und "5-Aminouracil" eines seiner Spot-Paintings, wurde für £690.850 versteigert.
George Condo und Cindy Sherman blieben unverkauft

Das Fotografien von Cindy Sherman kein Selbstläufer sind, musste gestern auch Phillips de Pury feststellen. "Untitled #122" für einen Mindestpreis von £150.000 angeboten fand ebenso wenig einen Abnehmer wie gleich zwei Werke von George Condo.
Insgesamt konnte das Auktionshaus bei der gestrigen Abendauktion 23 der angebotenen 36 Werke versteigern, was einen Auktionsumsatz von rund 8.2 Millionen britischen Pfund brachte.

Sothebys, Christies und Bonhams folgen

Neben dem "Contemporary Art Day Sale" von Phillips de Pury heute, folgen noch die "Contemporary One" Auktion von Bonhams und die "Contemporary Art Evening Auction" von Sotheby's an diesen Donnerstag. Die Bonhams Auktion hat mit 20 Losen wohl eher Testcharakter. Gespannt ist man hier auf Alighiero Boetti’s Installation "Anno 1984" (Schätzpreis £1.2 Millionen - £1.8 Millionen).
Sotheby's will am Abend u.a. mit dem Werk "Boy’s Head" (Schätzpreis £3 Millionen - £4 Millionen) des kürzlich verstorbenen britischen Künstlers Lucien Freud trumpfen.

Christies Post-War and Contemporary Art Evening Auction + The Italian Sale

Am Freitag werden die beiden Marktführer noch einmal aktiv. Sotheby's abschließend mit "Contemporary Art Day Auction" und Christies gleich mit zwei wichtigen Verkaufsterminen. Zum einen die "Post-War and Contemporary Art Evening Auction" mit dem mit Spannung erwarteten Toplos "Kerze" von Gerhard Richter und den "Italian Sale" mit Werken von Lucio Fontana, Alighiero Boetti und Giorgio Morandi.

London testet die Verfassung des Kunstmarktes

Am Samstag gibt es dann noch abschließend die "Post-War & Contemporary Art Day Auction" von Christies. Aber spätestens am Freitagabend und nach den ersten beiden Tagen der Frieze Art Fair werden Händler, Galerien und Auktionshäuser wissen, wo man steht. Hinterlässt die internationale Finanzkrise und die Diskussion um Griechenland und den Euro, auch bei Sammlern Spuren? Die kommenden Tage werden es zeigen.

Video zur Frieze London - erste Eindrücke

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