Rund 240 Gurlitt Werke in Salzburg gefunden
Das Thema Cornelius Gurlitt und seine Kunstsammlung ist um einen Paukenschlag reicher. Wurden nach einer ersten Durchsuchung in seinem Salzburger Haus rund 60 Werke sichergestellt, hat sich die Anzahl nach weiteren Untersuchungen auf fast 240 Kunstwerke erhöht.

Rückgabe der Gurlitt Bilder an jüdische Besitzer steht kurz bevor

Erste Begehungen im Salzburger Haus von Cornelius Gurlitt fanden am 10.Februar 2014 statt. Danach gab es weitere Durchsuchungen, die jeweils am 24. und 28. Februar 2014 stattfanden (Quelle: Spiegel Online). Es konnten 39 Ölgemälde, zahlreiche Zeichnungen, Holzschnitte und Kunstgewerbegegenstände sichergestellt werden. Sieben Gemälde stammen vom Landschaftsmaler Louis Gurlitt. Dieser war der Großvater von Cornelius Gurlitt. Unter den weiteren Leinwänden fand man Bilder von Cézanne, Corot, Courbet, Gauguin, Liebermann, Manet, Monet, Nolde, Pissaro, Renoir und Toulouse-Lautrec. Der überwiegende Teil an Zeichnungen stammt hauptsächlich von den Künstlern Pablo Picasso und Edvard Munch.

Tower Bridge von Claude Monet galt als verschollen

Zu den Highlights des Salzburger Fundes gehört ein Gemälde von Claude Monet, welches die Tower Bridge zeigt. Lange galt das Werk als verschollen. Laut ORF soll könnte allein dieses Bild bis zu 10 Millionen Euro wert sein. Überhaupt soll der Gesamtwert der gefundenen 240 Salzburger Kunstwerke, dem des Fundes von München-Schwabing bei Weitem übersteigen. Nach ersten Einschätzungen stammt der Salzburger Fund aus dem Besitz von Cornelius Gurlitt Großvater Louis Gurlitt. Beim ORF schließt man daraus, dass sich unter den Bildern und Kunstgegenständen kein Werk mit Raubkunstverdacht verbirgt.

Gurlitt plant Rückgabe aller Kunstwerke aus jüdischem Besitz

Wie einige deutsche Medien, darunter u.a. die Süddeutsche Zeitung heute berichten, plant Cornelius Gurlitt alle Bilder, die aus jüdischem Besitz geraubt wurden, zurückzugeben. Gurlitt ließ dies über seinen Sprecher Stephan Holzinger mitteilen. "Schneller" als gedacht, könnte dies mit dem Gemälde "Sitzende Frau" von Henri Matisse passieren. Nach Recherchen eines Teams von Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR könnte dies bereits in den kommenden Tagen geschehen.

Henri Matisse Sitzende Frau
Henri Matisse „Sitzende Frau / In einem Sessel sitzende Frau“ Gemälde um 1922, Foto: Melder, lostart.de

"Sitzende Frau" von Henri Matisse an Rosenberg Erben zurück

Das Gemälde wurde 1941 von den Nazis aus einem Tresor von Paul Rosenheim in Frankreich gestohlen. Das Bild befand sich zwischenzeitlich in der Kunstsammlung von Hermann Göring, bevor es über Umwege in den Besitz der Familie Gurlitt kam.

Links zum Thema:
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- Video bei Deutsche Welle
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Chronologie der Ereignisse:
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