Hurrikan New York: Galerien und Museen in Chelsea beklagen Millionenschäden
Die Ausmaße des Wirbelsturms Sandy an der US-Küste hat viele Galerien und Museen im New Yorker Stadtteil Chelsea böse überrascht.

Wirbelsturm zerstört New Yorker Galerienviertel Chelsea

Dass viele Ausstellungen und Auktionen der New Yorker Kunstszene verschoben werden mussten, war das geringste Übel. Die Überschwemmung, ausgelöst durch den Hurrikan "Sandy" hinterließ eine Schneise der Verwüstung im Stadtteil Chelsea. Besonders betroffen waren Galerien unterhalb der 25. Straße. In der Galerie von Zach Feuer stand das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch. Die Werke der aktuellen Ausstellung „Kate Levant: Closure of Jaw“ wurden fast alle komplett zerstört. Bei der Carolina Nitsch Gallery wurde u.a eine Ai Weiwei Installation, die auch auf der Documenta 12 in Kassel zu sehen war, komplett zerstört.

Insbesondere die ebenerdigen Galerien waren betroffen. Die Ausstellungsräume wurden teilweise nur unzureichend abgesichert und Kunstwerke nicht ausgelagert. So war von der Galerie David Zwirner zu hören, dass man aus der Erfahrung vergangener Wirbelstürme rund 30 Zentimeter Wasserstand erwartet hatte, aber nicht mit 1,20 Meter, die es dann waren.

Museen ohne Strom und überflutete Galerien

Museen wie das New Museum und das Whitney Museum haben vor allem mit den technischen Folgeschäden wie Stromausfall zu kämpfen. Neben der Zerstörung und Verlust von vielen Kunstwerken sind es auch die noch nicht absehbaren Gebäudeschäden, die den Galeristen Kopfzerbrechen bereiten. Sie müssen kurzfristig neue Büros, Lager und Ausstellungsflächen finden, um die eigenen Räume sanieren zu können. Über die Kosten hingegen möchte noch keiner sprechen.

Zahlt die Versicherung für die Schäden durch den Hurrikan Sandy?
Einiges wird wohl abgedeckt werden, aber so befürchten viele Galeristen, die Versicherungsprämien werden danach steigen. Unklar ist auch wer für die beschädigten Kunstwerke aufkommt, die bereits verkauft waren, aber von ihren neuen Eigentümern noch nicht abgeholt wurden. Derek Eller von der gleichnamigen Galerie hat mit genau diesem Problem zu kämpfen. Die eigene Versicherung wird jedenfalls dafür nicht aufkommen, so Eller gegenüber „Art in America“.

Links zum Thema:
- Hurricane Sandy’s Casualties Include Chelsea Art Galleries - NYTimes.com
- Chelsea Galleries Hit Hard by Storm Sandy - Art in America

Wie New York zum Zentrum des Hurrikan "Sandy" wurde, konnte man quasi live beim Projekt "Wind-Map" der beiden Medienkünstler Fernanda Viegas und Martin Wattenberg miterleben. Die Künstler visualisieren live die aktuellen Windströmungen in den USA. Das am Jahresanfang gestartete Projekt zeigte dieses Jahr schon die Entwicklung vom Hurrikane "Isaac" (August 2012) und dem Tropensturm "Debby" (Juni 2012). Das Video und folgendes Bild zeigt den Wirbelsturm "Sandy" wie dieser über der US-Ostküste wütet.

Hurrikan Sandy
Hurrikane "Sandy" , Datenvisualisierung vom 30.Oktober 2012, Quelle: hint.fm/wind/

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