Kunstmarkt: Ist Kunst noch bezahlbar?
Die Frage hat durchaus ihre Berechtigung. Denn in den Medien wird hauptsächlich über die spektakulären Auktionsrekorde von Warhol, Picasso, Richter und Co. berichtet. Dem angehenden Sammler wird bei den Millionensummen ganz mulmig.

Kunst kaufen und die finanziellen Möglichkeiten

Anders als vielleicht so manch einer denken mag, handelt es sich bei den medienwirksamen Millionensummen wie für Gerhard Richter's "Domplatz, Mailand" (37,125 Millionen Dollar) oder Edvard Munch's "Der Schrei" (120 Millionen Dollar) nur um einen geringen Anteil am Gesamtmarkt. Der Großteil der Kunstwerke, die weltweit versteigert werden, liegen bei einem Bruchteil dieser Preise. Und das sieht bei den von Galerien verkauften Werken nicht anders aus. Laut Artprice, einer Datenbank für Auktionsergebnisse, sind 80% der Verkäufe auf dem globalen Kunstmarkt, für unter $ 5.000 getätigt worden (bezieht sich nur auf Auktionen).

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage "Ist Kunst noch bezahlbar?", lautet also - JA! Jedem sollte natürlich bewusst sein, das man ein Mark Rothko Gemälde oder eine "Marilyn" von Warhol nicht für unter 5.000 Dollar bekommt. Denn entscheidend für die hohen Preise sind nach wie vor vier Dinge - Medium, Zustand, Provenienz und Seltenheit. Doch kann man Kunstwerke von sogenannten Blue-Chip Künstlern wie Pablo Picasso, Claude Monet, Warhol oder Munch noch zu erschwinglichen Preisen ergattern. Ja, wie folgendes Beispiel zeigt.

Gibt es einen Warhol, Picasso oder Richter noch für unter 5.000 Dollar?

Jährlich werden bei Auktionen Hunderte von Millionen Dollar mit Werken von Pablo Picasso umgesetzt. Doch die Hälfte der Arbeiten gehen für unter 5.000 Dollar weg. Das sind vor allem Drucke (60% der Werke) und Keramiken (27% der Werke). Lediglich 2 Prozent der versteigerten Picasso-Arbeiten sind Ölgemälde. Diese machen dann aber rund 76 Prozent des Umsatzes aus. Freilich erzielen auch Drucke wie "La Femme qui pleure 1" (1938) Millionensummen ($ 5.122.500 inkl. Gebühren - 2011 Christie's). Doch die Aquatinta "Bacchanal", signiert und in einer Auflage von 250 Stück für rund 6300 Dollar gibt es eben auch.

Man wird erstaunt sein, wenn man sich im zeichnerischen Werk oder bei den Radierungen eines namhaften Künstlers umschaut. Hier findet man immer noch qualitativ sehr gute Arbeiten zu bezahlbaren Preisen. Gerade Auflagenwerke bieten nicht nur einen guten Einstieg für angehende Sammler.

Information ist alles

Kunst kaufen bedeutet, man muss sich informieren. Schaut man sich ein wenig abseits des Marktes um, wie z.B. bei kleineren Auktionshäusern im In- und Ausland oder im Internet um, wird man viele Entdeckungen machen.

zeitgenössische Kunst bietet günstige Einstiegsmöglichkeiten

Auch wenn die zeitgenössische Kunst in den letzten Jahren schon einen fast inflationären Boom vollzog, was sich bei vielen Künstlern auch in den Preisen bemerkbar machte, ist es das preislich attraktivste Einstiegssegment. Um einen Überblick und ein Gefühl für diesen Markt zu bekommen, ist auch hier Information das oberste Gebot. Man sollte nicht nach Namen oder Gehör kaufen, sondern auf seine Instinkte und Gefühle vertrauen, auch wenn einmal ein Fehlkauf dabei ist.

Einen guten Einstieg bieten hier neben den Galerien, die ja die Aufbauarbeit der Künstler leisten, die Kunstmessen. In Deutschland haben sich eine Reihe von Messen auf dieses Segment spezialisiert. Genannt seien hier als Beispiel die PREVIEW in Berlin, die Art Fair in Köln, die Berliner Liste oder die Affordable Art Fair, die sich sogar das Motto "Kunst für unter 5.000 Euro" gegeben hat.

Termine der Kunstmessen:
- PREVIEW Berlin und Berliner Liste immer im September des Jahres
- ART FAIR Köln 31.10. bis 03.11.2013
- Affordable Art Fair 14.11. bis 17.11.2013

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