Frieze Week London - das 2 Mrd. Dollar Kunstspektakel
In London startet in diesen Tagen neben der Frieze Art Fair und der Frieze Masters, weitere Nebenmessen zahlreiche Auktionen und Ausstellungen Londoner Galerien. Laut Versicherern sollen alleine auf den Messen Kunst im Wert von ca. 2,2 Milliarden Dollar zu sehen und zu kaufen sein.

Frieze - der ganz normale Kunstwahnsinn

Die Frieze-Week ist kein offizieller Titel so wie etwa die Berlin Art Week in der deutschen Hauptstadt. Auch sonst sind die beiden Kunstereignisse kaum vergleichbar. Gleich neun Kunstmessen, sieben Auktionen und über 150 Ausstellungen starten in der britischen Hauptstadt in diesen Tagen. Kein Mensch kann diesen Marathon bewältigen. London ist und bleibt der Kunstmarkt-Hotspot Europas. Im Mittelpunkt als zentraler Anlaufpunkt für die millionen- ach milliardenschweren Oligarchen, Sammler und Investoren steht die Frieze Art Fair. In ihrer zwölften Auflage hat die Kunstmesse 162 Händler und Galerien aus 25 Ländern zugelassen. Der Sektor "Focus" für jüngere Galerien wurde auf 37 erweitert.

Rembrandt Porträt
Rembrandt, "Porträt eines Mannes mit Hand in die Hüfte gestemmt", 1658, Galerie Otto Naumann

Frieze Masters mit 48,5 Mill. Dollar Rembrandt

Parallel zur Messe für zeitgenössische Kunst findet die Frieze Masters statt. Auf dieser Crossover-Messe zeigen 127 Händler moderne und historische Kunst, die durchaus mehrere Jahrtausende bereits besteht. So bietet etwa der New Yorker Galerist Otto Naumann ein Rembrandt Gemälde von 1658 an. Das Bild "Porträt eines Mannes mit Hand in die Hüfte gestemmt" hatte der Händler vom amerikanischen Kasino-Magnat Stephen A. Wynn erworben. Auf der Frieze Masters verlangt Otto Naumann dafür nun 48,5 Millionen Dollar. In ähnlichen Preisregionen befinden sich die 10 monografischen Arbeiten von Francis Bacon, die es am Stand von Marlborough Fine Art gibt. Der Preis liegt hier bei 25 bis 30 Millionen Dollar. Das Afrika die kommende Boomregion für den Kunstmarkt wird, davon sind die beiden Messen PAD und 01.54 überzeugt.

Arbeiten von Francis Bacon gibt es natürlich auch auf den Versteigerungen der großen Auktionshäuser Christie's, Sotheby's und Phillips zu kaufen. Alleine die Big-Player im Auktionsmarkt wollen 972 Werke für rund 426 Millionen Dollar in London versteigern. Aus deutsch/österreichischer Sicht dürfte man besonders auf die Christies Abendauktion von 44 zeitgenössischen Werken aus der Sammlung Essl schauen.

Alleine die zahlreichen Ausstellungen die in diesen Tagen zur Frieze-Week in London starten, wären schon eine Reise wert. So werden mit Sigmar Polke und Anselm Kiefer gleich zwei deutsche Künstler mit großen Retrospektiven geehrt. Neue Arbeiten von Gerhard Richter gibt es bei Marian Goodman zu sehen. Steve McQueen, Matthew Barney oder Wangechi Mutu sind nur einige wenige weitere Tipps für einen Ausstellungsbesuch in der britischen Hauptstadt.

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