Kunst als Wertanlage - der Sammler als Investor
Eine neue Umfrage belegt, immer mehr Sammler kaufen Kunst zwar zum Zweck des Sammelns, aber mit dem Blick eines Investors. Kunst als Geldanlage ist beliebter denn je, wie folgende Zahlen zeigen.

Immer mehr Sammler sehen Kunst als Geldanlage

Die Umfrage von Deloitte Luxemburg und ArtTactic wurde mit verschiedenen Privatbanken, Vermögensverwaltern, Kunstsammlern und Kunstexperten durchgeführt. Ergebnis, 76 Prozent der befragten Sammler gaben an, Kunst mittlerweile auch zusätzlich unter Anlagekriterien zu kaufen. Das Kunstinvestment dient also der Wertanlage, die zumindest beständig bleibt und im Idealfall eine Rendite entwickelt. Im Jahr 2012 waren es noch 53 Prozent der Sammler, die den Kunstkauf auch als Geldanlage sahen. Auch die Zahlen der befragten Kunstexperten sind eindeutig. Waren es 2012 noch 77 Prozent, die glaubten, dass Sammler zunehmend wie Investoren kauften, sind es 2014 bereits 81 Prozent.
Kunst als Wertanlage

Kunst als Geldanlage

Kunstwerke werden also wie Aktien, Immobilien und andere Anlageformen in das Vermögensportfolio mit einfließen. Dazu passen auch die aktuellen Zahlen der französischen Kunstpreisdatenbank Artprice. Der Umsatz von zeitgenössischer Kunst hat sich zwischen Juli 2013 und Juli 2014 um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. In Zahlen waren dies 2,046 Milliarden Dollar, die allein für Werke zeitgenössischer Künstler ausgegeben wurde. Jean-Michel Basquiat, Jeff Koons und Christopher Wool gehörten im genannten Zeitraum mit zusammen 436 Millionen Dollar (339 Millionen Euro) zu den umsatzstärksten Künstlern. Es folgen Zeng Fanzhi (China), Peter Doig (GB), Richard Prince (USA), Martin Kippenberger (DE), Luo Zhongli, Chen Yifei und Zhan Xiaogang. Und Gerhard Richter? Im Artprice-Ranking wurden nur Künstler berücksichtigt, die nach 1945 geboren wurden.

Fehlende attraktive Anlagemöglichkeiten und billiges Geld sind scheinbar Katalysatoren des boomenden Kunstmarkts. Welche Blüten die Kunst als Wertanlage und Renditeobjekt treibt, kann man fast wöchentlich beobachten. Sei es der "Collectors-Ring" von Karlheinz Essl, die dubiosen Geschäfte von Helge Achenbach oder die Spekulation mit Werken junger Künstler. Doch in jeder Anlageform steckt ein Risiko, auch in der Kunst und im Besonderen der zeitgenössischen Kunst.

Links zum Thema:
- Spekulation - Sind Ostrowski und Burgert die neuen deutschen Auktionsstars?
- Art Flipping - 5600% Gewinn mit junger zeitgenössischer Kunst
- SellYouLater Art Ranking - wann sie Kunst kaufen, halten oder verkaufen sollten
- Der Wert der Kunst oder was ist Kunst wert

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