Kunst Online Auktionen von Artprice starten im Januar
Der französische Kunstmarkt-Dienstleister Artprice, bekannt durch seine Kunstpreisdatenbanken zu Auktionsergebnissen, will ab diesem Monat (Januar 2012) Onlineauktionen für Kunstwerke anbieten.

Kunstmarkt Auktionen im Internet

Genau am 18.Januar 2012 sollen die Artprice-Kunstauktionen starten. Bereits ab dem 9.Januar sind die angebotenen Werke auf der Website zu sehen.
Schon die bloße Ankündigung vom Start der "Kunst-Online-Auktionen" hatte im letzten Jahr für einen rasanten Kursanstieg der Artprice-Aktie gesorgt. Konkurrent Artnet war von der Mitteilung nicht so recht angetan und schenkte den Ankündigungen auch nicht viel Glauben. Artnet selbst bietet nach einem früheren gescheiterten Auktions-Experiment seit 2008 auf der eigenen Website Online-Auktionen an. Im letzten Jahr konnte man mit einem Andy Warhol Bild aus der "Flowers-Serie" den ersten Millionenpreis für ein online versteigertes Bild erzielen.

Doch Artprice tritt nicht nur in direkte Konkurrenz mit Artnet, sondern auch mit Auktionshäusern wie Christie's, Sotheby's und Phillips de Pury. Auch der Rest der Auktionsbranche und des Kunsthandels dürfte nicht besonders erfreut über diesen Schritt sein.
Kunstauktionen Online zu veranstalten ist ja nicht neu. Auch Christie's und Sotheby's verkaufen schon seit Jahren auch relativ erfolgreich ihr Angebot über das Internet. In Deutschland probiert das Auktionshaus Ketterer im unteren Preisniveau mit seiner Plattform Fine-Art-Auctions den Einstieg in die digitale Welt der Kunstauktionen.

KUNST, DESIGN und ANTIQUITÄTEN online kaufen

Kunst Online Auktionen von Artprice

In diesen drei Oberkategorien ist es dann bald möglich Online mitzusteigern. Kunsthändler hatten aber bisher auch schon die Möglichkeit ihre Werke über Artprice zu verkaufen. Dazu musste sie sich einen kostenpflichtigen "Art-Store" anlegen. Auf diesen Kundenstamm kann Artprice ebenso zurückgreifen wie auf die nach eigenen Angaben 1,3 Millionen registrierten Mitglieder.

Kunst auf Artprice versteigern
Kunstwerke kann eigentlich jeder auf Artprice versteigern. Erforderlich ist nur eine einmalige Registrierung. Dann kan man seine zu versteigernden Werke mit Angabe von Versandbedingungen, Startpreis, Start- und Enddatum der Auktion, Lieferbedingungen und der Beschreibung eintragen.

mitsteigern und kaufen bei Artprice
Mitsteigern können ebenfalls nur eingetragene Mitglieder. Die Währung der Auktion wird vom Verkäufer festgelegt. Als Bieter bleibt man während der ganzen Auktion anonym. Dem Verkäufer werden lediglich Gebot und Herkunftsland angezeigt. Gebote und Bieter können vom Verkäufer abgelehnt werden.

Auktionsende und Bezahlung
Nicht etwa das höchste Gebot gewinnt, sondern der Verkäufer kann unter den Top-3 Geboten auswählen. Die Bezahlung funktioniert über einen sogenannten Treuhanddienstleister (Escrow), bei dem man sich natürlich auch registrieren muss. Nach Bezahlung auf das Treuhandkonto erhalten Bieter und Verkäufer ihre jeweiligen Kontaktdaten, mit denen dann der Versand geregelt werden kann. Wenn das versendete Werk beim Käufer eingetroffen ist, bestätigt dieser den Erhalt gegenüber dem Treuhänder. Dann wird die Verkaufssumme abzgl. der Provision von Artprice dem Verkäufer überwiesen.

Auktionsprovisionen bei Artprice
Die angesetzten Provisionen bei Artprice liegen zwischen 5% und 9%. Das ist erheblich weniger als bei traditionellen Auktionen verlangt wird. Die genaue Staffellung sieht wie folgt aus:
von 0US$-7.500US$ = 9%
von 7.500,01US$ - 15.000US$ = 7%
über 15.000,01US$ = 5%
Die Provisionen gehen zu Lasten des Verkäufers.

vorläufiges Fazit zu den Artprice Onlineauktionen
Der Markt für Kunst Online Auktionen scheint zunehmend attraktiver zu werden und Artprice hat mit seinen bereits auf der Plattform aktiven Händler und Mitglieder eine recht gute Ausgangsbasis. Auch durch die Auktionspreisdatenbanken ergeben sich wichtige Synergieeffekte. So kann der Bieter sich im Vorfeld über bereits erzielte Preise in anderen Auktionshäusern informieren.
Der Fakt das quasi jeder Kunstwerke, Design und Antiquitäten anbieten kann, sorgt allerdings für kein zu großes Vertrauen. Auch das man den Angaben und Beschreibungen des Verkäufers quasi blind vertrauen muss und keine Kontrollmöglichkeit vorhanden ist, dürfte den einen oder anderen Sammler eher teilnahmslos bleiben lassen.

Nach dem Fälschungsskandal im letzten Jahr ist das Vertrauen im Markt immer noch nicht zurück. Gerade im niedrigen Preissegment dürfte es noch weit aus mehr gefälschte Ware geben, als bisher überhaupt bekannt ist. So ist z.B. der Markt der Editionen, wozu auch Grafiken und Fotografien gehören, kaum mehr zu überschauen. Genaue Kenntnis, Beobachtung, Forschung und ein gesundes Misstrauen sind Werte die im Markt der Online Kunstauktionen immer wichtiger werden.

Ob Artprice seine hochgesteckten Ziele erreichen wird, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen. Stand heute sind jedenfalls schon über 95.000 Werke für das Auktionsportal eingetragen.

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